Funktionsanalyse und Therapie bei funktioneller Zahn- Kiefergelenk- und Muskelerkrankungen und Anfertigung eines Aufbissbehelfs mit adjustierter Oberfläche - PKV

Behandlungsbereich/ Versorgungsform

FAL/FTL

Abrechnungsbereiche

GOZ
BEB '97
BEB Zahntechnik
Privat abrechnen

Fallbeschreibung/ Dokumentation

Funktionsanalyse und Therapie bei Vorliegen funktionell bedingter Zahn- Kiefergelenk- und Muskelerkrankungen und Anfertigung eines Aufbissbehelfs (z.B. Knirscherschiene) mit adjustierter Oberfläche

01.07.: Symptombezogene Untersuchung und Beratung, Pat. braucht eine neue Schiene aufgrund seiner Myoarthropathie. Planerstellung für Schiene. Befundaufnahme und Anamnese mit CMD-Screening nach Befundbogen der DGFDT. Elektronische Vermessung der optimalen Bisslage mittels speziellen Sensors mit Registrierung der UK Bewegung. Abformung beider Kiefer und Bissverhältnisse für Planungsmodelle und zur Herstellung einer Funktionsschiene.Zentrikbissregistrat und Scharnierachsenbestimmung mittels Übertratungsbogen. Diagnostische Maßnahmen an den Modellen im Artikulator einschließlich subtraktiver oder additiver Korrekturen

18.07.: Schiene ist fertig und wird eingeglieder, Kontrolle der Okklussion und Artikulation. Handhabung erklärt und zudem gibt es ein belehrendes Gespräch mit Anweisungen zur Beseitigung von schädlichen Gewohnheiten und Dysfunktionen

22.07.: Vollständige Untersuchung des stomatognathe Systems, Schiene kontrolliert, diese ist noch etwas zu hoch, einschliefen der Schiene zur Funktionsverbesserung

29.07.: Schienenkontrolle. Diese passt gut.

DatumZahnGeb.-Nr.LeistungAnz.FaktorBetrag
01.07.GOÄ
1
Beratung, auch telefonisch199
01.07.GOÄ
5
Symptombezogene Untersuchung1804.66
01.07.GOZ
0040
Aufstellung eines schriftlichen Heil- und Kostenplans Funktionsanalyse125014.06
01.07.GOZ
0060
Abformung beider Kiefer für Situationsmodelle und einfache Bissfixierung einschließlich Auswertung zur Diagnose oder Planung126014.62
01.07.GOZ
8000
Klinische Funktionsanalyse einschließlich Dokumentation150028.12
01.07.GOZ
8010
Registrieren der gelenkbezüglichen Zentrallage des Unterkiefers, auch Stützstiftregistrierung, je Registrat118010.12
01.07.GOZ
8020
Arbiträre Scharnierachsenbestimmung130016.87
01.07.GOZ
8050
Registrieren von Unterkieferbewegungen zur Einstellung halbindividueller Artikulatoren und Einstellung nach den gemessenen Werten 5000
01.07.GOZ
8080
Diagnostische Maßnahmen an Modellen im Artikulator einschließlich subtraktiver oder additiver Korrekturen, Befundauswertung und Behandlungsplanung, je Sitzung125014.06
18.07.okGOZ
7010
Aufbissbehelf mit adjustierter Oberfläche180044.99
18.07.GOZ
6190
Beratendes und belehrendes Gespräch mit Anweisungen zur Beseitigung von schädlichen Gewohnheiten und Dysfunktionen11407.87
22.07.GOÄ
6
Vollständige körperl. Untersuchung mind. e. d. folg. Organsysteme: alle Augenabschni., gesamte HNO-Ber., stomat. System, Nieren u. ableit. Harnwege (bei Männern ggf. männli. Geschlechtsorgane) o. Unters. z. Erhebung eines vollst. Gefäßstatus – ggf. Dok 11005.83
22.07.GOZ
7050
Kontrolle eines Aufbissbehelfs mit adjustierter Oberfläche: subtraktive Maßnahmen 118010.12
29.07.GOZ
7040
Kontrolle eines Aufbissbehelfs1653.66
Gesamt: 183.98

Berechnungsfähige Materialien

  • Abformmaterial

Hinweise zur Abrechnung

  • Die Leistung nach der Nummer 8000 umfasst auch folgende zahnärztliche Leistungen
    • prophylaktische, prothetische, parodontologische und okklusale Befunderhebung,
    • funktionsdiagnostische Auswertung von Röntgenaufnahmen des Schädels und der Halswirbelsäule,
    • klinische Reaktionstests (z. B. Resilienztest, Provokationstest)
  • *Eine Diagnose auf dem Rechnungsformular für die Nummern 8000ff kann Erstattungsprobleme mit der Beihilfe reduzieren bzw. vermeiden, da Rückfragen vermieden werden.
  • Ein verbindliches Formblatt ist nicht vorgeschrieben, empfohlen wird jedoch das Ausfüllen des Vordrucks „Klinischer Funktionsstatus“ der DGZMK.

 

  • Kommentar zur GOZ-Position 8000 (stand Jan. 2021):
  • Die klassische klinische Funktionsanalyse dient der Feststellung von Erkrankungen oder Veränderungen in der Funktion des craniomandibulären Systems (Craniomandibuläre Dysfunktion/CMD). Diese können sowohl die Zähne als auch Knochen, Gelenke, Muskulatur, Innervation und Gefäße in ihrer Funktion beeinflussen. Die Diagnostik dieser Störungen wird durch die klassische klinische Funktionsanalyse eingeleitet. Diese umfasst das Zusammentragen und Beurteilen der Ergebnisse unterschiedlicher Einzeltests (Palpation, Auskultation, nicht instrumentelle Erfassung der Kieferbewegungen).
  • Die Befunde werden in der Regel formgebunden erfasst (z. B. „Klinischer Funktionsstatus“ der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und Therapie/DGFDT).
  • Die Ergebnisse müssen dokumentiert und ausgewertet werden.
  • Die Gebührennummer ist je Befunderhebung berechenbar und ist in der Regel im Verlauf einer funktionstherapeutischen Behandlung wiederholt indiziert.
  • Die Leistung kann auch im Zusammenhang mit der eingehenden Untersuchung (Nummer 0010) berechnet werden.
  • Andere weiterführende Untersuchungen, z. B. die manuelle Strukturanalyse sowie Tests zur Aufdeckung orthopädischer und psychosomatischer Co-Faktoren, sind nicht Bestandteil dieser Leistung. Die dreidimensionale Vermessung der Kiefer- oder Kondylenposition ist nicht Bestandteil der Leistung und kann nach § 6 Abs. 1 berechnet werden. Diesbezügliche zahntechnische Leistungen, z. B. Einstellung des Artikulators, sind nach § 9 Abs. 1 GOZ berechenbar.
  • Die Gebührennummer ist im Verlauf einer funktionstherapeutischen Behandlung wiederholt berechnungsfähig.
  • Die Leistung kann auch im Zusammenhang mit der eingehenden Untersuchung (Nummer 0010) berechnet werden. Andere weiterführende Untersuchungen, z. B. die manuelle Strukturanalyse sowie Tests zur Aufdeckung orthopädischer und psychosomatischer Co- Faktoren, sind nicht Bestandteil dieser Leistung.