41a Leitungsanästhesie, intraoral

BEMA Bewertungszahl:
12
BEMA Nr.:
41a
Behandlungsbereich:
Anästhesie
Abkürzung:
L1

Beschreibung

Leitungsanästhesie, intraoral

Leistung

Einbringen eines Lokalanästhetikums mittels einer Spritze und einer Nadel ins Gewebe. Hierbei kommen in der modernen Zahnheilkunde in der Regel Einmalspritzen und -nadeln zur Anwendung. Bei wieder verwendbaren Spritzensystemen (Karpulenspritzen, Zylinderampullenspritzen) werden im Allgemeinen Einmalnadeln verwendet. Die Injektion (Einspritzung) erfolgt intraoral (innerhalb der Mundhöhle). Bei der Leitungsanästhesie wird direkt ein Teil der Verlaufsbahn eines den Schmerz leitenden Nervs umspritzt, so dass an dieser Stelle die Fortleitung aller aus dem Versorgungsgebiet dieses Nervs eintreffenden Schmerzimpulse unterbrochen wird.

Dokumentation

  • Angabe der Zahn/Region
  • Material, mit dem anästhesiert wurde
  • Menge des verwendeten Materials
  • Aufklärung über Gefahren (Z.B.: Nerv-Verletzung)
  • bei zusätzlich erforderlicher Infiltrationsanästhesie – Angabe des Zwecks (zum Beispiel Ausschaltung von Anastomosen)
Abrechenbar je:
Kieferhälfte

Abrechnungsbestimmungen

  1. Leistungen nach den Nrn. 40 und 41 sind auch bei der Versorgung mit Zahnersatz und Zahnkronen auf dem Erfassungsschein abzurechnen. Dies ist bei der Abrechnung zu kennzeichnen.
  2. Die Abrechnung einer Leistung nach der Nr. 41 kann nur erfolgen, wenn die Infiltrationsanästhesie (Nr. 40) nicht ausreicht. Dies ist gegeben:

    • im Unterkiefer in der Regel,

    • im Oberkiefer bei entzündlichen Prozessen, die die Anwendung der Infiltrationsanästhesie nicht gestatten, oder bei größeren chirurgischen Eingriffen, nicht bei Nrn. 43 bis 46, 49 und 50.

  3. Bei chirurgischen und parodontal-chirurgischen Leistungen können in begründeten Ausnahmefällen die Nr. 41 und die Nr. 40 abgerechnet werden, wenn nur so eine ausreichende Anästhesietiefe oder die Ausschaltung von Anastomosen erreicht werden kann.
  4. Bei lang dauernden Eingriffen ist die Nr. 41 ein zweites Mal abrechnungsfähig.

Zusatzleistung abrechenbar

• bei größeren Eingriffen, wenn nur so eine ausreichende Anästhesietiefe erreicht werden kann
• zur Ausschaltung evtl. Anastomosen z. B. bei Entfernung von Frontzähnen im Unterkiefer zusätzlich zu einer Leitungsanästhesie

Zusatzleistung nicht abrechenbar

• für eine Oberflächenanästhesie
• für eine Heilanästhesie
• wenn eine Anästhesie nicht im Rahmen einer Vertragleistung erfolgt (z. B. außervertragliche Füllungs- oder Endodontietherapie)

Kommentare

Die Leistungsbeschreibungen für die Infiltrationsanästhesie (Nr. 40) und die Leitungsanästhesie (Nr. 41) wurden bis auf zwei Ausnahmen nicht geändert. Beide Anästhesie-Leistungen konnten bisher nur bei lang dauernden chirurgischen Eingriffen ein zweites Mal abgerechnet werden. Diese Einschränkung ist entfallen. Zukünftig können Anästhesien auch bei anderen lang dauernden Eingriffen, insbesondere bei prothetischer Behandlung und der Parodontalbehandlung ein zweites Mal abgerechnet werden. Außerdem wurde klargestellt, dass die Leitungsanästhesie neben der Infiltrationsanästhesie in Ausnahmefällen abgerechnet werden kann, wenn bei chirurgischen und parodontal-chirurgischen Leistungen nur so eine ausreichende Anästhesietiefe oder die Ausschaltung von Anastomosen erreicht werden kann.

Kommentarquelle:
KZBV
  1. Nach Möglichkeit sollen alle im Wirkungsbereich liegenden Zähne soweit behandelt werden, dass ihre weitere Versorgung ohne zusätzliche Anästhesie erfolgen kann (Wirtschaftlichkeitsgebot!).
  2. Bei größeren chirurgischen Eingriffen im Oberkiefer kann neben der Leitungsanästhesie nach Bema-Nr. 41a ggf. noch die Infiltrationsanästhesie nach Bema-Nr. 40 abgerechnet werden, wenn nur so eine ausreichende Anästhesietiefe erreicht wird. Dies gilt nicht in Verbindung mit chirurgischen Maßnahmen nach den Nrn. 43 (X1), 44 (X2), 45 (X3), 46 (XN), 49 (Exz1) und 50 (Exz2).
  3. Neben der Leitungsanästhesie (Bema-Nr. 41a) kann die Infiltrationsanästhesie (BEMA-Nr. 40) abgerechnet werden zur Ausschaltung der Anastomosen im Unterkiefer.
  4. Nach der Abrechnungsbestimmung Nr. 3 kann bei lang dauernden Eingriffen die Infiltrationsanästhesie nach Bema-Nr. 40 ein zweites Mal abgerechnet werden (Behandlungszeit dokumentieren!).
Kommentarquelle:
Dr. Hinz Praxis & Wissen

Anästhesien müssen in den Bereichen PA und ZE gesondert gekennzeichnet werden:

  • Ziffer 4 für PA
  • Ziffer 5 für ZE