40 Infiltrationsanästhesie

BEMA Bewertungszahl:
8
BEMA Nr.:
40
Behandlungsbereich:
Anästhesie
Abkürzung:
I

Beschreibung

Infiltrationsanästhesie

Leistung

Einbringen eines Lokalanästhetikums mittels einer Spritze und einer Nadel ins Gewebe. Hierbei kommen in der modernen Zahnheilkunde in der Regel Einmalspritzen und -nadeln zur Anwendung. Bei wieder verwendbaren Spritzensystemen (Karpulenspritzen, Zylinderampullenspritzen) werden im Allgemeinen Einmalnadeln verwendet. Die Injektion (Einspritzung) erfolgt intraoral (innerhalb der Mundhöhle). Bei der Infiltrationsanästhesie werden die Schmerzrezeptoren und feinen Nervenäste eines bestimmten, sehr begrenzten Behandlungsgebietes erfasst.

Dokumentation

  • Angabe der Zahn/Region
  • Material, mit dem anästhesiert wurde
  • Menge des verwendeten Materials
  • Aufklärung über Gefahren (Z.B.: Nerv-Verletzung)
  • bei zusätzlich erforderlicher Infiltrationsanästhesie – Angabe des Zwecks (zum Beispiel Ausschaltung von Anastomosen)
Abrechenbar je:
für zwei nebeneinanderstehende Zähne

Abrechnungsbestimmungen

  1. Leistungen nach den Nrn. 40 und 41 sind auch bei der Versorgung mit Zahnersatz und Zahnkronen auf dem Erfassungsschein abzurechnen. Dies ist bei der Abrechnung zu kennzeichnen.
  2. Die Abrechnung einer Leistung nach der Nr. 40 kann im Bereich von zwei nebeneinander stehenden Zähnen nur einmal je Sitzung erfolgen. Die beiden mittleren Schneidezähne gelten im Falle der Infiltrationsanästhesie nicht als ein Bereich von zwei nebeneinander stehenden Zähnen.
  3. Bei lang dauernden Eingriffen ist die Nr. 40 ein zweites Mal abrechnungsfähig.
  4. Die intraligamentäre Anästhesie ist nach Nr. 40 abrechnungsfähig. Werden im Ausnahmefall zwei nebeneinanderstehende Zähne intraligamentär anästhesiert, so kann die Nr. 40 je Zahn einmal abgerechnet werden.

Zusatzleistung abrechenbar

• bei größeren Eingriffen daneben die Leitungsanästhesie (BEMA-Nr. 41a), wenn nur so eine ausreichende Anästhesietiefe erreicht werden kann
• wenn die I als Ergänzung zur 41a zur Ausschaltung evtl. Anastomosen z. B. bei Entfernung von Frontzähnen im Unterkiefer zusätzlich erforderlich ist
• weitere zahnärztliche Leistungen

Kommentare

Die Leistungsbeschreibungen für die Infiltrationsanästhesie (Nr. 40) und die Leitungsanästhesie (Nr. 41) wurden bis auf zwei Ausnahmen nicht geändert. Beide Anästhesie-Leistungen konnten bisher nur bei lang dauernden chirurgischen Eingriffen ein zweites Mal abgerechnet werden. Diese Einschränkung ist entfallen. Zukünftig können Anästhesien auch bei anderen lang dauernden Eingriffen, insbesondere bei prothetischer Behandlung und der Parodontalbehandlung ein zweites Mal abgerechnet werden. Außerdem wurde klargestellt, dass die Leitungsanästhesie neben der Infiltrationsanästhesie in Ausnahmefällen abgerechnet werden kann, wenn bei chirurgischen und parodontal-chirurgischen Leistungen nur so eine ausreichende Anästhesietiefe oder die Ausschaltung von Anastomosen erreicht werden kann.

Kommentarquelle:
KZBV
  1. Die beiden mittleren Schneidezähne gelten nicht als ein Bereich von zwei nebeneinander stehenden Zähnen.

  2. Zur Ausschaltung evtl. Anastomosen z. B. bei Entfernung von Frontzähnen im Unterkiefer zusätzlich zu einer Leitungsanästhesie

  3. Für intraligamentäre Anästhesie einmal je Zahn

  4. Bei gegebener Indikation in Sonderfällen zur Schmerztherapie oder für diagnostische Maßnahmen, z. B. in der Schmerzdiagnostik zur Differenzierung periphere oder zentrale Schmerzursache – je Sitzung.

  5. incl. Anästhetikum

  6. Nach Möglichkeit sollen alle im Wirkungsbereich liegenden Zähne soweit behandelt werden, dass ihre weitere Versorgung ohne zusätzliche Anästhesie erfolgen kann (Wirtschaftlichkeitsgebot!).
  7. Bei größeren chirurgischen Eingriffen im Oberkiefer kann neben der Leitungsanästhesie nach Bema-Nr. 41a ggf. noch die Infiltrationsanästhesie nach Bema-Nr. 40 abgerechnet werden, wenn nur so eine ausreichende Anästhesietiefe erreicht wird. Dies gilt nicht in Verbindung mit chirurgischen Maßnahmen nach den Nrn. 43 (X1), 44 (X2), 45 (X3), 46 (XN), 49 (Exz1) und 50 (Exz2).
  8. Neben der Leitungsanästhesie (Bema-Nr. 41a) kann die Infiltrationsanästhesie (BEMA-Nr. 40) abgerechnet werden zur Ausschaltung der Anastomosen im Unterkiefer.
  9. Nach der Abrechnungsbestimmung Nr. 3 kann bei lang dauernden Eingriffen die Infiltrationsanästhesie nach Bema-Nr. 40 ein zweites Mal abgerechnet werden (Behandlungszeit dokumentieren!).
  10. Heilanästhesie (ab 01.01.2004 keine Vertragsleistung mehr)
Kommentarquelle:
Dr. Hinz Praxis & Wissen

Anästhesien müssen in den Bereichen PA und ZE gesondert gekennzeichnet werden:

  • Ziffer 4 für PA
  • Ziffer 5 für ZE