0100 Intraorale Leitungsanästhesie

Punktzahl:
70
(1) 3,94 (2.3) 9,05 (3.5) 13,78
Gebührenziffer:
0100
Behandlungsbereich:
Allgemeine Leistungen

Beschreibung

Intraorale Leitungsanästhesie

Leistungsinhalt

Am häufigsten findet die Leitungsanästhesie im Unterkiefer ihre Anwendung. Sie kann jedoch auch im Oberkiefer angezeigt sein, z.B. bei umfangreichen chirurgischen Eingriffen oder bei entzündlichen Prozessen. Die Leitungsanästhesie im Oberkiefer kann die Anästhesie des N. infraorbitalis, des N. incisivus, des N. palatinus majus oder die Tuberanästhesie umfassen.

Dokumentation

  • Zahnangabe
  • verwendetes Material und Mengeneinheit
  • Begründung bei Mehrfachberechnung
  • Behandlungsdauer
  • Risikoaufklärung des Patienten

Abrechenbar je

Anästhesie

Abrechnungsbestimmungen

  • Bei den Leistungen nach den Nummern 0090 und 0100 sind die Kosten der verwendeten Anästhetika gesondert berechnungsfähig.

amtliche Begründung

  • Die Leitungsanästhesie nach der Nummer 0100 wird im Regelfall nur einmal je Sitzung und Kieferhälfte erforderlich sein.
  • Bei lang andauernden Eingriffen oder Versagen der Leitungsanästhesie ist eine weitere Berechnung zulässig. Diese besonderen Umstände sollten zur Vermeidung von Nachfragen vom Zahnarzt in der Rechnung angegeben werden.
  • Dies gilt auch für die im Einzelfall notwendige Erbringung und Berechnung einer Infiltrationsanästhesie und einer Leitungsanästhesie in derselben Kieferhälfte und derselben Sitzung.
  • Die bei der Erbringung der Leistungen nach den Nummern 0080 bis 0100 verwendeten Einmalartikel sind mit den Gebühren abgegolten. Dies gilt bei der Leistung nach der Nummer 0080 auch für die verwendeten Arzneimittel.
  • Bei den Leistungen nach den Nummern 0090 und 0100 ist das verwendete Anästhetikum gesondert berechnungsfähig.
  • Bei der Ausgliederung der nunmehr gesondert berechnungsfähigen Anästhetika ist nach den Angaben der BZÄK davon auszugehen, dass derzeit je Anästhesieleistung nach den Nummern 0090 oder 0100 durchschnittlich 0,7 Karpulen mit Kosten von durchschnittlich rd. 0,5 Euro verwendet werden.

zusätzlich berechnungsfähig

Anästhetikum
Weitere Leistungen nach GOZ oder GOÄ

Berechnung daneben ausgeschlossen

Einwegmaterialien (z.B. Kanülen)

Kommentare

Oktober 2018

  1. Bei der Leitungsanästhesie wird das gesamte Versorgungsgebiet des jeweiligen Nervs betäubt. Im Unterkiefer sind dies z. B. der Nervus mandibularis oder der Nervus mentalis, im Oberkiefer z. B. die Tuberanästhesie, der Nervus palatinus majus, der Nervus infraorbitalis.
  2. Die Leitungsanästhesie ist entsprechend der Anzahl der zu anästhesierenden Nerven und/oder bei lang dauernden Eingriffen auch mehrfach berechnungsfähig. Eine Begründung für den mehrfachen Ansatz der Leistung nach Nummer 0100 oder für die Nebeneinanderberechnung der Nummern 0100 und 0090 ist empfehlenswert.
  3. Eine Leitungsanästhesie kann auch am Nervus mentalis erfolgen.
  4. Die intraorale Leitungsanästhesie kann in derselben Sitzung auch mit einer Infiltrationsanästhesie zusammen berechnet werden, z. B. zur Ausschaltung von Anastomosen der Gegenseite.
  5. Das Anästhesiemittel ist gesondert berechnungsfähig. Die zur Injektion verwendeten Einmalmaterialien (z. B. Kanüle) können nicht gesondert berechnet werden.
  6. Injektionen bzw. Anästhesien zu Heilzwecken können nach Nummer 267 (GOÄ) berechnet werden.
  7. Die extraorale Leitungsanästhesie ist in der GOZ nicht mehr enthalten. Sie kann analog berechnet werden.
Kommentarquelle:
BZÄK
  1. Lokalanästhesien (Infiltrations- und Leitungsanästhesien) sind je notwendige (§ 1 Abs. 2 GOZ) Applikation berechnungsfähig, also bei zwei nebeneinander stehenden Zähnen zweimal, bei vestibulärer und oraler Anästhesie eines Zahnes zweimal, bei langandauernden Eingriffen ggf. auch mehrfach.
  2. Ist die Anästhesie mehrerer Nerven notwendig, kann die GOZ-Nr. 0100 je anästhesiertem Nerv berechnet werden. Auf eine gute Dokumentation ist zu achten.
  3. Die Wiederholung einer Anästhesie aus zahnmedizinisch notwendigen Gründen erfüllt alle Leistungsmerkmale der Ziffer 0100 GOZ und ist daher dann auch wieder erneut berechenbar. Diese anästhesierenden Maßnahmen bedürfen getrennter Entscheidun gen und sind nicht mit dem Fall vergleichbar, dass in einem örtlich abgegrenzten Bereich mehrfach eingestochen wird. Eine Begründung auf der Rechnung ist im Gegensatz zu GOZ-Nr. 0090 nicht erforderlich.
Kommentarquelle:
Dr. Hinz Praxis & Wissen

Positionspapier der Bundeszahnärztekammer (März 2013)

  1. Die Injektion eines Anästhetikums in die unmittelbare Nähe eines Nervs oder Nervenaustrittpunkts bewirkt eine Schmerzausschaltung im sich distal vom Injektionsort erstreckenden Versorgungsbereich des Nervs. Nicht nur die am Foramen mandibulare erbrachte Leitungsanästhesie erfüllt den Leistungsinhalt der Geb.-Nr. 0100 GOZ. Auch die Leitungsanästhesie des N. buccalis, N. mentalis, N. lingualis, N. infraorbitalis, am Tuber maxillare, Canalis incisivus oder Foramen palatinum majus kann zum Ansatz der Geb.-Nr. 0100 GOZ berechtigen.
  2. Die Geb.-Nr. 0100 GOZ ist neben der Geb.-Nr. 0080 GOZ berechnungsfähig.
  3. Die Mehrfachberechnung der Geb.-Nr. 0100 GOZ, also sitzungs- und ortsgleich, ist bei z. B. einem langdauernden Eingriff möglich. Eine Erläuterung in der Rechnung ist empfehlenswert.
  4. Die Nebeneinanderberechnung der Geb.-Nrn. 0100/0090 GOZ, zum Beispiel zur Ausschaltung von Nervanastomosen ist möglich, sollte jedoch in der Rechnung erläutert werden.
  5. Das verwendete Anästhetikum ist gesondert berechnungsfähig, nicht jedoch die Einmalspritze oder Kanüle.
  6. Merksatz: Die Leistungsbeschreibungen der vorstehenden Gebührennummern stellen nicht auf die Anästhesie ab, sondern dienen durch die Wortbestandteile „Oberflächen-, Infiltrations-, Leistungs-“ der Differenzierung zwischen den unterschiedlichen Anästhesieverfahren, deren unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad durch die unterschiedliche Honorierung Rechnung tragend.
  7. Allein der behandelnde Zahnarzt trifft je nach den Umständen des Einzelfalls die Entscheidung über die Art und Anzahl der erforderlichen Anästhesiemaßnahmen. 
Kommentarquelle:
BZÄK