13b Füllung, zweiflächig

BEMA Bewertungszahl:
39
BEMA Nr.:
13b
Behandlungsbereich:
Füllungen
Abkürzung:
F2

Beschreibung

Präparieren einer Kavität, Füllen mit plastischem Füllmaterial einschließlich Unterfüllung, Anlegen einer Matrize oder die Benutzung anderer Hilfsmittel zur Formung der Füllung und Polieren, zweiflächig

Dokumentation

  • Dokumentation über Patientenaufklärung über Füllungsmaterialien
  • Zahnangabe
  • Flächen der Kavität
  • verwendete Materialien
Abrechenbar je:
Kavität

Abrechnungsbestimmungen

  1. Mit der Abrechnung der Nr. 13 ist die Verwendung jedes erprobten und praxisüblichen plastischen Füllmaterials einschließlich der Anwendung der Ätztechnik und der Lichtaushärtung abgegolten. Eine Zuzahlung durch den Versicherten ist nicht zulässig. Die bundesmantelvertraglichen Regelungen bleiben unberührt.
  2. Amalgamfüllungen sind absolut kontraindiziert, wenn der Nachweis einer Allergie gegenüber Amalgam bzw. dessen Bestandteilen gemäß den Kriterien der Kontaktallergiegruppe der Deutschen Gesellschaft für Dermatologie erbracht wurde bzw. wenn bei Patienten mit schwerer Niereninsuffizienz neue Füllungen gelegt werden müssen.
  3. Das Legen einer Gussfüllung, ebenso die ggf. im Zusammenhang hiermit erbrachte Anästhesie oder durchgeführten Maßnahmen nach Nr. 12 sind über den Erfassungsschein nicht abzurechnen, wohl aber eine vorausgegangene Behandlung des Zahnes.
  4. Das Vorbereiten eines zerstörten Zahnes zur Aufnahme einer Krone ist nach der Nr. 13 a oder b abzurechnen.
  5. Neben den Leistungen nach den Nrn. 13 a und b kann die Leistung nach Nr. 16 nicht abgerechnet werden.
  6. Bei Füllungen nach den Nrn. 13 a bis h ist die Lage der Füllung in der Bemerkungsspalte anzugeben. Für die Bezeichnung der Füllungslage sind folgende Abkürzungen bzw. Ziffern zu verwenden:
    m = 1 = mesial
    o = 2 = okklusal/inzisal
    d = 3 = distal
    v = 4 = vestibulär (bukkal / zervikal bzw. labial)
    l = 5 = lingual bzw. palatinal

 

Protokollnotiz zum Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses für zahnärztliche Leistungen mit Wirkung zum 01.07.2018
1) Der Bewertungsausschuss für die zahnärztlichen Leistungen geht davon aus, dass die nach den Nrn. 13 e, f, g und h abrechenbaren Füllungen im Seitenzahnbereich bei 1 % der Gesamtzahl der Füllungen liegen. Der Bewertungsausschuss empfiehlt der KZBV und den Kassenzahnärztlichen Vereinigungen sowie dem Spitzenverband Bund der Krankenkassen und den Landesverbänden der Krankenkassen und den Ersatzkassen, geeignete Überprüfungsverfahren festzulegen, die sicherstellen, dass der angegebene Prozentsatz von 1 % eingehalten wird.
2) Wird der Prozentsatz wesentlich überschritten, werden der Bewertungsausschuss und ggf. der Erweiterte Bewertungsausschuss eine Überprüfung des bestehenden Bewertungsmaßstabes vornehmen.

Kommentare

Im Frontzahnbereich zählen Compositefüllungen zu den erprobten und praxisüblichen Füllungsmaterialien. Welche Technik dabei anzuwenden ist, hat der behandelnde Zahnarzt im Einzelfall zu entscheiden. Wählt der Versicherte eine über das ausreichende und zweckmäßige Maß hinausgehende Versorgung, hat er die Mehrkosten selbst zu tragen. Dies gilt auch für den Frontzahnbereich. Wir halten es für vertretbar, wenn die Mehrkostenregelung des § 28 Abs. 2 SGB V auch für Compositefüllungen angewendet wird, bei denen zusätzlich zur Schmelzätzung auch das Dentin konditioniert und das Füllungsmaterial geschichtet appliziert wird.

Kommentarquelle:
KZBV
  1. Erprobte und damit als Kassenleistung abzurechnende Füllungen aus Amalgam, Silikat, Steinzement oder Compomeren hergestellt.
  2. Kunststofffüllungen im Seitenzahngebiet oder dentinadhäsive Restaurationen unterliegen der Mehrkostenregelung (an allen Zähnen, auch in der Front).
  3. Aufbaufüllungen werden nach Nr. 13a oder 13b abgerechnet. Daneben kann die Nr. 16 nicht abgerechnet werden, wohl aber die Kosten für die Stifte (EDV-Nr. 601).
  4. Werden wurzelgefüllte Zähne mit Stift- oder Schraubenaufbauten versehen, kann die Nr. 13a oder 13 b über die Versichertenkarte abgerechnet werden, während auf dem Heil- und Kostenplan die Nr. 18a beantragt wird.
  5. Dentinadhäsiv befestigte Aufbaufüllungen unterliegen ebenfalls der Mehrkostenregelung.
  6. Die Nr. 13d wird auch für Schneidekantenaufbauten abgerechnet.

Gewährleistung bei Füllungen

Gemäß § 136b Abs. 2 Satz 3-5 SGB V übernimmt der Zahnarzt für identische Füllungen eine zweijährige Gewähr. Wiederholungsfüllungen (identische) innerhalb dieses Zeitraumes sind kostenfrei vorzunehmen. Ausnahmen gemäß Beschluss des Bundesschiedsamtes vom 13.12.1993 sind:

  • Milchzahnfüllungen
  • Zahnhalsfüllungen
  • Mehr als dreiflächige Füllungen
  • Eckenaufbauten im Frontzahnbereich unter Einbeziehung der Schneidekanten
  • Fälle, in denen besondere Umstände vorliegen (z.B. Bruxismus oder Vorerkrankung), die der Zahnarzt auf dem Krankenblatt festhält

Wiederholungsfüllungen können nicht abgerechnet werden, wenn ein Verschulden des Zahnarztes festgestellt wird.

Kommentarquelle:
Dr. Hinz Praxis & Wissen

Mehrkostenregelung bei Füllungen

  1. Patienten einer gesetzlichen Krankenkasse können für die Versorgung mit Füllungen andere Materialien als Amalgam oder ästhetisch optimierte Füllungen wählen.
  2. Ist der Zahn kariös und damit durch eine Füllung zu versorgen, geht dadurch der Anspruch auf Übernahme der Kosten in Höhe der Nrn. 13a bis 13d nicht verloren. Der Zahnarzt ist berechtigt, dem Patienten den entstehenden Mehraufwand in Rechnung zu stellen. Hierzu bedarf es einer schriftlichen Vereinbarung vor Leistungserbringung. Die entsprechende Füllungsposistion 13 a — g wird über die KZV abgerechnet.
  3. Die Begleitleistungen können ebenfalls über die KZV abgerechnet werden, außer sie sind ausschließlich durch die Verwendung des alternativen Füllungsmaterials verursacht (z. B. Kofferdam, weil Kunststoffüllung).
  4. Die Mehrkostenregelung gilt auch in den Fällen, in denen die Kavität mit einer Einlagefüllung (Gold- oder Keramikinlay) versorgt werden.
  5. Der Austausch intakter Füllungen ohne eine lndikationen (sog. Amalgamsanierung) ist reine Privatleistung. In diesem Fall können auch die Begleitleistungen nicht über die KZV abgerechnet werden.
  6. Einheitliche Formblätter für Erstellung eines Kostenvoranschlags sowie eine Rechnung bei Anwendung der Mehrkostenregelung gibt es nicht. Zu beachten ist allerdings, dass für eine formal korrekt erstellte Rechnung die Regelungen des § 10 GOZ zu beachten sind.
  7. Die Mehrkostenregelung gem. § 28 Abs. 2 SGB V bezieht sich ausdrücklich auf das vom Patienten gewünschte Füllungsmaterial. Wünscht der Patient eine besondere Päparationsart (z.B. mit diamantierten oszillierenden Instrumenten, sonoabrasive Präparation, chemische Kariesauflösung oder Laseranwendung), ist die Füllung komplett privat zu berechnen, da Teile einer Leistung (hier die Präparation) nicht privat vereinbart werden können.