9100 Aufbau des Alveolarfortsatzes durch Augmentation

Punktzahl:
2694
(1) 151,52 (2.3) 348,49 (3.5) 530,31
Gebührenziffer:
9100
Behandlungsbereich:
Implantologie

Beschreibung

Aufbau des Alveolarfortsatzes durch Augmentation ohne zusätzliche Stabilisierungsmaßnahmen, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich

Leistungsinhalt

Mit der Leistung nach Nummer 9100 sind folgende Leistungen abgegolten:

  • Lagerbildung
  • Glättung des Alveolarfortsatzes
  • ggf. Entnahme von Knochen innerhalb des Aufbaugebietes
  • Einbringung von Aufbaumaterial (Knochen und/oder Knochenersatzmaterial)
  • Wundverschluss mit vollständiger

Abrechnungsbestimmungen

  • Die Leistung nach Nummer 9100 ist für die Glättung des Alveolarfortsatzes im Bereich des Implantatbettes nicht berechnungsfähig
  • Neben der Leistung nach Nummer 9100 sind die Leistungen nach der Nummer 9130 nicht berechnungsfähig.
  • Wird die Leistung nach Nummer 9100 in derselben Kieferhälfte neben der Leistung nach Nummer 9110 erbracht, ist die Hälfte der Gebühr der Nummer 9100 berechnungsfähig.
  • Wird die Leistung nach Nummer 9010 in derselben Kieferhälfte neben der Leistung nach Nummer 9120 erbracht, ist ein Drittel der Gebühr der Nummer 9100 berechnungsfähig.

zusätzlich berechnungsfähig

Knochenersatzmaterialien sowie Materialien zur Förderung der Blutgerinnung oder der Geweberegeneration (z. B. Membranen), zur Fixierung von Membranen, zum Verschluss von oberflächlichen Blutungen bei hämorrhagischen Diathesen oder, wenn dies zum Schutz wichtiger anatomischer Strukturen (z. B. Nerven) erforderlich ist, sowie atraumatisches Nahtmaterial oder nur einmal verwendbare Explantationsfräsen, sind gesondert berechnungsfähig.

Kommentare

Oktober 2018

  1. Diese Nummer umfasst augmentative Maßnahmen größeren Umfangs am Alveolarfortsatz sowohl in horizontaler als auch in vertikaler Richtung, die eine Volumenvermehrung und Veränderung der Außenkontur des Alveolarfortsatzes bewirken. Die Nummer ist je Kieferhälfte oder Frontzahngebiet einmal berechnungsfähig.
  2. Das Augmentationsgebiet kann sowohl den zahnlosen Kieferbereich als auch den Bereich von Zähnen und/oder Implantaten betreffen. Zusätzliche stabilisierende Maßnahmen, z. B. osteosynthetische Leistungen durch Pins, Schrauben oder Platten, sind gesondert berechnungsfähig. Lagerbildungsmaßnahmen, das Einbringen von Augmentationsmaterial (Knochen und/oder Knochenersatzmaterial), der Wundverschluss einschließlich vollständiger Schleimhautabdeckung und/oder die Einbringung resorbierbarer oder nicht resorbierbarer Barrieren sind mit dieser Nummer abgegolten.
  3. Das Glätten des Knochens im Bereich des Implantatbettes erfüllt nicht den Leistungsinhalt. Diese Nummer ist nicht neben Bone-Splitting-Maßnahmen einschließlich des Auffüllens der Spalträume nach der Nummer 9130 berechnungsfähig. Da die 9100 den Aufbau des Alveolarfortsatzes mit Knochen/Knochenersatzmaterial ohne einschränkende Indikation beschreibt, ist die Gebührennummer 2442 GOÄ für eine Weichteilunterfütterung in derselben Kieferhälfte/demselben Frontzahnbereich nur dann berechnungsfähig, wenn hierbei nicht Knochenersatzmaterial, sondern ein collagen patch verwendet wird. 
  4. Werden Augmentationsmaßnahmen am Alveolarfortsatz im Rahmen einer internen Sinusbodenelevation nach der Nummer 9110 in derselben Kieferhälfte erbracht, so ist die Nummer 9100 gesondert, jedoch nur zur Hälfte berechnungsfähig.
  5. Werden Augmentationsmaßnahmen am Alvoelarfortsatz im Rahmen einer externen Sinusbodenelevation nach der Nummer 9120 in derselben Kieferhälfte erbracht, so ist ein Drittel der Nummer 9100 zusätzlich berechnungsfähig. Bei getrennten Operationsgebieten, auch in derselben Kieferhälfte, kann der Mehraufwand über § 5 bzw. § 2 Absatz 1 GOZ berücksichtigt werden. Das Gewinnen von autologem Augmenta tionsmaterial z. B. durch Bonekollektor, Knochenschaber oder Knochenkernbohrungen außerhalb des Aufbaugebietes ist gesondert berechnungsfähig. Die Entfernung von nicht resorbierbarem Barriere-/Osteosynthesematerial kann gesondert berechnet werden.
  6. Weichteilchirurgische Maßnahmen, die nicht der Schleimhautabdeckung des augmentierten Gebietes dienen, sondern aufgrund eigenständiger Indikation erbracht werden, sind gesondert berechnungsfähig.
  7. Z.B. sind weichteilplastische Maßnahmen, die der Vertiefung des Vestibulums oder Mundbodens dienen, daneben berechnungsfähig.
  8. Im Rahmen der Kieferbruchbehandlung werden für den augmentativen Aufbau des Alveolarfortsatzes entsprechend der Vorschrift des § 6 Abs. 2 (GOZ) die Nummern 2253 ff. (GOÄ) verwendet.
  9. Bei dieser Leistung fällt zusätzlich der OP-Zuschlag nach der Nummer 0530 an, sofern es sich um die höchste zuschlagsfähige Leistung am Operationstag handelt und kein OP-Zuschlag aus der GOÄ zur Berechnung kommt.
Kommentarquelle:
BZÄK
  1. Die Leistung nach Nr. 9100 beschreibt augmentative Maßnahmen, die die Dimension
  2. des Alveolarkamms in vertikaler und/oder horizontaler Ebene verändern.
  3. Werden in gleicher Kieferhälfte sowohl ein exerner Sinuslift als auch ein Alveolarkammaufbau durchgeführt, kann die Nr. 9100 nur zur Hälfte berechnet werden
  4. Werden in gleicher Kieferhälfte sowohl ein interner Sinuslift als auch ein Alveolarkammaufbau durchgeführt, kann die Nr. 9100 nur zu einem Drittel berechnet werden.
  5. Zusätzliche Osteosynthesemaßnahmen (z. B. Schrauben, Pins, Titannetze oder Platten) sind gesondert berechnungsfähig.
  6. Die intraorale Entnahme von Knochen außerhalb des Aufbaugebietes ist zusätzlich nach der GOZ-Nr. 9140 berechnungsfähig.
  7. Für die Stabilisierung eines Augmentats mittels Osteosynthese kann neben der GOZ-Nr. 9100 die GOZ-Nr. 9150 einmal je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich zusätzlich berechnet werden.
  8. Die Leistung nach der GOZ-Nr. 9100 beinhaltet u. a. auch einen Wundverschluss mit vollständiger Schleimhautabdeckung, d.h., für eine Lappenmobilisation mit Periostschlitzung kann die GOZ-Nr. 3100 nicht zusätzlich berechnet werden.
  9. Weichteilchirurgische Maßnahmen wie z. B. Schleimhauttransplantate, Bindegewebstransplantate und Vestibulumplastiken sind gesondert berechnungsfähig.
Kommentarquelle:
Dr. Hinz Praxis & Wissen