9000 Implantatbezogene Analyse

Punktzahl:
884
(1) 49,72 (2.3) 114,35 (3.5) 174,01
Gebührenziffer:
9000
Behandlungsbereich:
Implantologie

Beschreibung

Implantatbezogene Analyse und Vermessung des Alveolarfortsatzes, des Kieferkörpers und der angrenzenden knöchernen Strukturen sowie der Schleimhaut, einschließlich metrischer Auswertung von radiologischen Befundunterlagen, Modellen und Fotos zur Festlegung der Implantatposition, ggf. mit Hilfe einer individuellen Schablone zur Diagnostik, einschließlich Implantatauswahl, je Kiefer

Leistungsinhalt

  • Vermessen des Alveolarfortsatzes mit Kieferhöhe und Kieferbreite, Beurteilung der Schleimhautsituation
  • Palpation
  • Abtasten Schleimhaut/Knochen
  • Inspektion der Kieferhöhlen, Nasenhöhlen, Mandibularabstand
  • Vermessen der Distanz zu den Antagonisten
  • Modellanalyse
  • Auswertung der Röntgenaufnahme
  • Festlegung der Implantatposition, des Implantatkörpers
  • Festlegung der Anzahl der Implantate nach Herstellung einer individuellen Schablone

Dokumentation

  • Ergebnis der Analyse
  • Schleimhautbefund
  • Knochenbefund
  • Anamnese
  • besondere Risiken
  • Auswertungsergebnis metrischer Analysen

Abrechenbar je

je Kiefer

Abrechnungsbestimmungen

  • Bei Verwendung einer Röntgenmessschablone sind die Material- und Laborkosten gesondert berechnungsfähig.

amtliche Begründung

  • Die Leistung nach der Nummer 9000 beschreibt die vor einer Implantation erforderliche Analyse und Vermessung des Kieferknochens.
  • Die ggf. in diesem Zusammenhang eingesetzte individuelle Schablone wird auch als Röntgen(mess)schablone bezeichnet. Mit Hilfe dieser Schablone, in die Referenzkörper (z.B. Messkugeln) eingearbeitet sind, können radiologische Abstandsmessungen und Positionierungsbefunde für die individuelle Planung der Implantateinbringung genutzt werden.
  • Die Kosten für die zahntechnische Herstellung dieser Schablone sind gesondert berechnungsfähig.

Kommentare

Oktober 2018

  1. Zur präoperativen diagnostischen Planung einer Implantation werden mittels verschiedener Parameter das Knochenangebot des Kiefers und die angrenzenden Weichge websstrukturen quantitativ beurteilt. Bestandteil der Leistung ist daneben auch die Auswertung von – ggf. fremden – Röntgenbildern und/oder anderen radiologischen Unterlagen sowie Kiefermodellen und Fotos, soweit sie der Festlegung der Implantat position dienen.
  2. Die Verwendung einer individuellen Röntgenmessschablone zur diagnostischen Vorbereitung der Implantatposition ist bis auf die dabei entstehenden Material- und Laborkosten mit der Leistung abgegolten. Die Nummer 9000 ist berechnungsfähig vor und nach augmentativen Maßnahmen. Die Leistung ist auch berechnungsfähig, wenn nachfolgend eine Implantatinsertion nicht erfolgt. Im Überweisungsfall ist die Leistung durch den nachbehandelnden Kollegen berechnungsfähig, auch wenn die Leistung bereits durch den Überweiser berechnet wurde. Die Leistung ist auch berechnungsfähig, wenn ausschließlich temporäre/orthodontische Implantate inseriert werden.
  3. Diese Planungsleistung umfasst nur die implantologisch-fachlich-zahnmedizinische Planung, die Kostenplanung ist separat berechnungsfähig.
  4. Alternative Implantatanalysen, z. B. unterschiedliche Behandlungskonzepte, können separat berechnet werden. Werden Implantate in beiden Kiefern geplant, ist die Gebührennummer zweimal berechnungsfähig.
  5. Die Herstellung der Röntgenmessschablone ist nicht Leistungsbestandteil und daher zuzüglich der Material- und Laborkosten gesondert berechnungsfähig. Die Abrechnungsbestimmung stellt ab auf die „Verwendung“ der Schablone, bei der begriffsnotwendig keine Material- und Laborkosten entstehen.
Kommentarquelle:
BZÄK
  1. Die Auswertung von – ggf. fremden – Röntgenbildern und/oder anderen radiologischen Unterlagen sowie von Kiefermodellen und Fotografien, soweit sie der Festlegung der Implantatposition dienen, ist mit der Gebühr abgegolten.
  2. Das Anlegen einer Röntgenmessschablone ist ebenfalls mit der Gebühr abgegolten. Die Herstellkosten sind jedoch als zahntechnische Leistung gemäß § 9 GOZ berechnungsfähig.
  3. Die metrische Auswertung von radiologischen Befundunterlagen, wie sie unter der Nr. 9000 GOZ aufgeführt ist, betrifft ausschließlich die implantatanalytische Auswertung zweidimensionaler Röntgenunterlagen. Andernfalls wäre die Beschreibung der dreidimensionalen Analyse in der Nr. 5377 GOÄ entbehrlich gewesen. Der Verordnungsgeber hätte auf die Aufnahme einer eigenständigen Leistungsnummer zur dreidimensionalen Analyse verzichten können.
  4. Die dreidimensionale, implantologische Planung im Sinne einer virtuellen Implantation stellt eine (initiale) Therapiemaßnahme zur definitiven Implantatpositionierung dar, die als selbstständige Leistung bei Weitem über Befundungs- bzw. Diagnostikleistungen nach der Nr. 5377 GOÄ hinausgeht.
  5. Eine virtuelle Implantation kann ausschließlich durch die Übernahme von DVT-Daten auf spezielle Planungsprogramme (z.B. SimPlant, coDiagonstiX, NobelGuide, SurgiGuide o.Ä.) erfolgen. Diese Maßnahme ist weder in den Gebührenordnungen verzeichnet noch mit einer anderen, bereits beschriebenen Leistung vergesellschaftet. Es hat daher eine Analogberechnung nach Par. 6 Abs. 1 GOZ zu erfolgen.
Kommentarquelle:
Dr. Hinz Praxis & Wissen