8060 Registrieren von Unterkieferbewegungen, voll adjustierbarer Artikulator

Punktzahl:
750
(1) 42,18 (2.3) 97,02 (3.5) 147,64
Gebührenziffer:
8060
Behandlungsbereich:
FAL/FTL

Beschreibung

Registrieren von Unterkieferbewegungen zur Einstellung voll adjustierbarer Artikulatoren und Einstellung nach den gemessenen Werten, je Sitzung

Leistungsinhalt

  • Anbringen der verschiedenen Registrierbehelfe am Patienten
  • Registrieren der Unterkieferbewegungen
  • Übertragung der Registrierung auf den Artikulator bzw.
  • Einstellen des Artikulators nach den gemessenen Werten
  • ggf. inkl. notwendiger Umrechnungen

Dokumentation

  • Ergebnis der Behandlung
  • Art und Menge des verwendeten Materials
  • aufgetretene Schwierigkeiten

Abrechenbar je

je Sitzung

Abrechnungsbestimmungen

  • Wird bei unterbrochener Zahnreihe oder Freiendsattel zur Bestimmung der Vertikaldimensionen eine Bissschablone im Labor angefertigt, so sind die Kosten für die Bissschablone neben den Gebühren nach den Nummern 8020 bis 8065 gesondert berechnungsfähig.
  • Neben den Leistungen nach den Nummern 8050 bis 8065 sind Material- und Laborkosten für die Einstellung des (halb) individuellen Artikulators nach den gemessenen Werten gesondert berechnungsfähig.

amtliche Begründung

  • Die Leistungen nach den Nummern 8050 und 8060 werden unter Anpassung der Bewertung zur Klarstellung auf eine Sitzung bezogen. Die Leistung nach der Nummer 8065 bildet den Leistungsinhalt der Leistung nach der Nummer 8060 ab, wenn die Aufzeichnung elektronisch erfolgt.
  • Die Material- und Laborkosten für die Einstellung des (halb) individuellen Artikulators sind bei den Leistungen nach den Nummern 8050 bis 8065 gesondert berechnungsfähig.

zusätzlich berechnungsfähig

Kommentare

Oktober 2018

  1. Um in einem volladjustierbaren Artikulator die Patientensituation simulieren zu können, sind Informationen über das Kiefergelenk und seine Bewegungen erforderlich. Dies ist mittels Registrierung, z. B. der Latero- bzw. Mediotrusion beidseits und der Protrusion bzw. Retrusion, sowie der Aufzeichnung der Gelenkbahnneigung und des Bennet-Winkels möglich. Mithilfe der gewonnenen Daten kann die Funktion des Kiefergelenkes reproduziert werden. Die erforderlichen Maßnahmen zur Einstellung beziehen sich auf die mechanische Programmierung eines volladjustierbaren Artikulators.
  2. Laborkosten sind separat berechnungsfähig. Die Leistung ist unabhängig von der Anzahl der Registrierungen nur einmal je Sitzung berechenbar.
  3. Der Aufbau und/oder die Justage einer individuellen Frontzahnführung im Artikulator ist als zahntechnische Leistung gesondert berechenbar.
Kommentarquelle:
BZÄK
  1. Die Nr. 8060 ist je einmal je Sitzung berechnungsfähig.
  2. Sind mehrere Analysegänge notwendig, z.B. vor, während und nach Funktionstherapie; bei Zahnersatz, der in mehreren Phasen hergestellt wird, ist die Nr. 8060 jeweils erneut berechnungsfähig.
  3. Besteht bei kieferorthopädischen, klinischen Untersuchungen der Verdacht auf eine asymmetrische Verlagerung der Mandibula (dreidimensionale skelettale oder erhebliche dentoalveoläre Abweichungen), ist eine instrumentelle Funktionsdiagnostik zur Planung und Durchführung der kieferorthopädischen Behandlung notwendig und berechnungsfähig.
Kommentarquelle:
Dr. Hinz Praxis & Wissen

April 2019

Elektronische Funktionsdiagnostik durch Zahntechniklabore

Nach § 1 Zahnheilkundegesetz (ZHG) ist die Ausübung der Zahnheilkunde approbierten Zahnärzten vorbehalten. Nach § 1 Abs. 3 ZHG ist Ausübung der Zahnheilkunde die „berufsmäßige, auf zahnärztlich-wissenschaftliche Erkenntnisse gegründete Feststellung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten. Als Krankheit ist jede von der Norm abweichende Erscheinung im Bereich der Zähne, des Mundes und der Kiefer anzusehen, einschließlich der Anomalien der Zahnstellung und des Fehlens von Zähnen." Die „Feststellung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten“ (§ 1 Abs. 3 ZHG), also Diagnose und Therapie einschließlich der Versorgung mit Zahnersatz sind dem Zahnarzt übertragen und diesem vorbehalten. Eine Übertragung zahnärztlicher Leistungen, d.h. insbesondere intraorales Scannen, das Eingliedern von Zahnersatz oder intraorale manipulative Tätigkeiten am Patienten oder Zahntechnik und Ähnliches an Zahntechniker ist ein Verstoß gegen die Bestimmungen des Zahnheilkundegesetzes und nicht zulässig.

Kommentarquelle:
Beratungsforum für Gebührenordnungsfragen