8010 Registrieren der Zentrallage des Unterkiefers

Punktzahl:
180
(1) 10,12 (2.3) 23,28 (3.5) 35,43
Gebührenziffer:
8010
Behandlungsbereich:
FAL/FTL

Beschreibung

Registrieren der gelenkbezüglichen  Zentrallage des Unterkiefers auch Stützstiftregulierung, je Registrat

Leistungsinhalt

  • Herstellung des Registrats am Patienten
  • Einstellen des Unterkiefers in die gelenkbezügliche Zentrallage
  • Übertragung der Unterkieferposition in den Artikulator mit Hilfe des Registrats

Dokumentation

  • Indikation für die Leistung
  • Behandlungsergebnis

Abrechenbar je

Registrat

Abrechnungsbestimmungen

  • Die Leistung nach Nummer 8010 ist je Sitzung höchstens zweimal berechnungsfähig.

Begründung

  • In die Leistung nach der Nummer 8100 wird auch die vergleichbar aufwendige Stützstiftregistrierung einbezogen. Darüber hinaus wird klargestellt, dass sich die Abrechnungsbestimmung mit der höchstens zweimaligen Berechnungsfähigkeit auf eine Sitzung bezieht.
  • Die Material- und Laborkosten für die Bissnahme und die Lieferung und Anbringung des Stützstiftbestecks sind gesondert berechnungsfähig.

zusätzlich berechnungsfähig

Berechnungsfähige Materialien nach § 4 Abs. 3 GOZ bzw. § 10 GOÄ
Zahntechnische Kosten nach § 9 GOZ

Kommentare

Oktober 2018

  1. Die Registrierung der Zentrallage des Unterkiefers dient der Feststellung der Lagebeziehung des Unterkiefers zum Oberkiefer. Diese Leistung kann sowohl bei der Analyse von Funktionsstörungen als auch im Zusammenhang mit der Planung und Durchführung von kieferorthopädischen, chirurgischen und restaurativen und/oder rekonstruktiven sowie Einschleiftherapien und anderen funktionstherapeutischen Behandlungen nötig werden.
  2. Die Registrierung kann mit unterschiedlichen Methoden durchgeführt werden. Bei einer Registrierung wird in der Regel ein Kontrollregistrat erforderlich. Zusätzliche Hilfsmittel, die eine Registrierung ermöglichen, z. B. im zahntechnischen Labor hergestellte Registrierungsbehelfe, können Verwendung finden. Die Stützstiftregistrierung ist in der Leistungsbeschreibung beispielhaft genannt. Die Material- und Laborkosten können immer gesondert berechnet werden.
  3. Bei der Anwendung der Stützstiftregistrierung wird die Anbringung der Stützstiftplatten als Eigenlaborleistung berechnet. Sowohl das Einpassen als auch die ggf. notwendige Korrektur der Registriermaterialien und -hilfsmittel als auch das Registrieren selbst sind Teil der Leistung.
  4. Die dreidimensionale Vermessung der Kiefer- oder Kondylenposition ist nicht Bestandteil der Leistung und kann entweder nach § 6 Abs. 1 oder als zahntechnische Leistung berechnet werden.
  5.  Die Abrechnung erfolgt je Analysegang, aber höchstens zweimal je Sitzung. In nachfolgenden Sitzungen können gegebenenfalls erneute Registrierungen notwendig werden.
Kommentarquelle:
BZÄK
  1. Unter dieser Nummer ist auch die Stützstiftregistrierung zu berechnen.
  2. Besteht bei kieferorthopädischen, klinischen Untersuchungen der Verdacht auf eine asymmetrische Verlagerung der Mandibula (dreidimensionale skelettale oder erhebliche dentoalveoläre Abweichungen), ist eine instrumentelle Funktionsdiagnostik zur Planung und Durchführung der kieferorthopädischen Behandlung notwendig und berechnungsfähig.
  3. Die Herstellung eines Registratträgers (Schablone) kann als zahntechnische Leistung gemäß § 9 GOZ zusätzlich berechnet werden.
  4. Gemäß der Bestimmung zur GOZ-Nr. 8010 sind die Material- und Laborkosten für die Bissnahme und die Lieferung und Anbringung des Stützstiftbestecks gesondert berechnungsfähig.
Kommentarquelle:
G-BA Gemeinsamer Bundesausschuss

April 2019

Elektronische Funktionsdiagnostik durch Zahntechniklabore

Nach § 1 Zahnheilkundegesetz (ZHG) ist die Ausübung der Zahnheilkunde approbierten Zahnärzten vorbehalten. Nach § 1 Abs. 3 ZHG ist Ausübung der Zahnheilkunde die „berufsmäßige, auf zahnärztlich-wissenschaftliche Erkenntnisse gegründete Feststellung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten. Als Krankheit ist jede von der Norm abweichende Erscheinung im Bereich der Zähne, des Mundes und der Kiefer anzusehen, einschließlich der Anomalien der Zahnstellung und des Fehlens von Zähnen." Die „Feststellung und Behandlung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten“ (§ 1 Abs. 3 ZHG), also Diagnose und Therapie einschließlich der Versorgung mit Zahnersatz sind dem Zahnarzt übertragen und diesem vorbehalten. Eine Übertragung zahnärztlicher Leistungen, d.h. insbesondere intraorales Scannen, das Eingliedern von Zahnersatz oder intraorale manipulative Tätigkeiten am Patienten oder Zahntechnik und Ähnliches an Zahntechniker ist ein Verstoß gegen die Bestimmungen des Zahnheilkundegesetzes und nicht zulässig.