6040 Umformung eines Kiefers, mittlerer Umfang

Punktzahl:
2100
(1) 118,11 (2.3) 271,65 (3.5) 413,38
Gebührenziffer:
6040
Behandlungsbereich:
Kieferorthopädie

Beschreibung

Maßnahmen zur Umformung eines Kiefers einschließlich Retention, mittlerer Umfang

Leistungsinhalt

• vorbereitende Maßnahmen (z. B. Abformung, Bissnahme)
• alle im Behandlungsplan festgelegten Maßnahmen zur Kieferumformung (innerhalb eines Zeitraumes von bis zu vier Jahren)
• Eingliederung der Therapiegeräte
• Kontrolle des Behandlungsverlaufes
• Aktivierung der Therapiegeräte
• alle Maßnahmen zur Retention in einem Zeitraum von bis zu vier Jahren

Abrechenbar je

je Kiefer

Abrechnungsbestimmungen

  1. Die Leistungen nach den Nummern 6030 bis 6080 umfassen alle im Behandlungsplan festgelegten Maßnahmen innerhalb eines Zeitraumes von bis zu vier Jahren.
  2. Die Maßnahmen im Sinne der Nummern 6030 bis 6080 umfassen alle Leistungen zur Kieferumformung und Retention bzw. zur Einstellung des Unterkiefers in den Regelbiss, innerhalb eines Zeitraumes von bis zu vier Jahren, unabhängig von den angewandten Behandlungsmethoden oder den verwendeten Therapiegeräten.
  3. Neben den Leistungen nach den Nummern 6030 bis 6080 sind Leistungen nach den Nummern 6190 bis 6260 nicht berechnungsfähig.
  4. Bei Maßnahmen von mittlerem Umfang nach der Nummer 6040 müssen mindestens drei, bei Maßnahmen von hohem Umfang mindestens vier der Kriterien nach den Buchstaben a) bis e) erfüllt sein:
    • Zahl der bewegten Zahngruppen: zwei und mehr Zahngruppen
    • Ausmaß der Zahnbewegung: mehr als 2 Millimeter
    • Art der Zahnbewegung: körperlich mehr als 2 Millimeter, kontrollierte Wurzelbewegung, direkte Veränderung der Bisshöhe, Zahndrehung mehr als 30 Grad
    • Richtung der Zahnbewegung: entgegen Wanderungstendenz
    • Verankerung: mit zusätzlichen intra- oder extraoralen Maßnahmen

amtliche Begründung

  • Der Leistungsinhalt der Leistungen nach den Nummern 6030 bis 6080 wird näher beschrieben, um in der Anwendungspraxis aufgetretene Unklarheiten zu vermeiden. Die Ergänzung des dritten Absatzes der Abrechnungsbestimmung stellt klar, dass die Gebührennummern 6030 bis 6080 auch dann nur einmal in einem Vier-Jahres-Zeitraum abgerechnet werden dürfen, wenn besondere Behandlungsmethoden angewandt oder besondere Therapiegeräte (z.B. Loops, Bögen, Attachments bei Alignern, festsitzenden Retainer oder Kunststoffschienen) verwendet werden.
  • Der vierte Absatz der Abrechnungsbestimmung stellt klar, dass neben den Leistungen nach den Nummern 6030 bis 6080 die Leistungen nach den Nummern 6190 bis 6260 nicht berechnungsfähig sind. Damit können die übrigen Leistungen des Abschnitts G sowie diagnostische Leistungen außerhalb dieses Abschnitts (z.B. Abformungen, Röntgen) neben den Leistungen nach den Nummern 6030 bis 6080 berechnet werden.

Kommentare

Oktober 2018

  1. Die kieferorthopädische Therapie zur Umformung eines Kiefers wird mit den Nummern 6030, 6040 und 6050 in drei Klassen je nach Behandlungsumfang eingeteilt. Die Leistung ist je Kiefer berechnungsfähig.
  2. „Maßnahmen zur Umformung“ können unabhängig von der Art der Behandlungsmethode oder der verwendeten Therapiegeräte, z. B. festsitzende oder abnehmbare Apparaturen, berechnet werden. Zu den abnehmbaren Apparaturen zählt auch der Einsatz von Schienen, Alignern, Positionern o. Ä., auch von elastischen Geräten, die geeignet sind, Zahnfehlstellungen zu korrigieren und/oder erzielte Behandlungsresultate zu stabilisieren.
  3. Insgesamt werden fünf Kriterien genannt, die für die Einteilung der Schwierigkeitsgrade einer Behandlung maßgebend sind. Bei einer Behandlungsbedürftigkeit mit geringem Umfang sind die Maßnahmen nach Nummer 6030 zu berechnen.
  4. Mit der Berechnung sind vorbereitende Maßnahmen, z. B. Abformungen, sowie die Eingliederung von herausnehmbaren Apparaturen, Verlaufskontrollen und Maßnahmen zur Retention abgegolten.
  5. Nicht eingeschlossen sind spezielle Maßnahmen, z. B. die Eingliederung von Brackets, Bändern, Bögen, Teilbögen und intra-/extraoralen Verankerungsapparaturen sowie die Entfernung von Brackets und Bändern sowie Bögen und Teilbögen.
  6. Die Leistung umfasst einen Zeitraum von bis zu vier Jahren. Maßnahmen zur Retention sind nur dann separat berechnungsfähig, wenn sie nach Ablauf der vier Jahre erbracht werden.
  7. Sofern die Behandlung vor Ablauf von vier Jahren beendet ist und später infolge Befundänderung – auch vor Ablauf dieses Zeitraumes – eine neue Behandlung erforderlich wird, kann eine neue Therapie nach den Nummern 6030 bis 6080 berechnet werden.
  8. Im Zusammenhang mit dieser Umformungs- bzw. Einstellungsmaßnahme können weitere kieferorthopädische Einzelleistungen nach den Nummern 6190 bis 6260 nicht berechnet werden.
Kommentarquelle:
BZÄK
  1. Der Leistungsinhalt der Nrn. 6030 bis 6050 umfasst die Maßnahmen zur Umformung eines Kiefers einschließlich Retention und ist je Kiefer ansetzbar. Der Umfang wird in den geplanten Behandlungsmaßnahmen entsprechend für den Ober- und Unterkiefer getrennt nach den beschriebenen Kriterien der Buchstaben a bis e ermittelt.
    • Nr. 6030 Keines, eines oder zwei der Kriterien sind erfüllt.
    • Nr. 6040 Drei der Kriterien sind erfüllt.
    • Nr. 6050 Vier oder mehr der Kriterien sind erfüllt.
  2. Der angegebene Behandlungszeitraum „von bis zu vier Jahren“ bezieht sich ausschließlich auf die im Behandlungsplan festgelegten Maßnahmen bis zu deren Abschluss. Behandlungen im Milch- oder frühen Wechselgebiss erfordern nicht selten nach ihrem Abschluss in einer späteren Entwicklungsphase des Gebisses erneute Behandlungs - maßnahmen nach den Nrn. 6030 bis 6080 mit erneuter Planung und Bewertung des Behandlungsumfanges. Dies gilt auch für die Rezidivbehandlung. Die erneute kieferorthopädische Behandlungsplanung wird nach Nr. 0040 GOZ berechnet. Die Nr. 0040 GOZ kann auch dann erneut berechnet werden, wenn durch eine Unterbrechung der Behandlung eine erneute diagnostische Ausarbeitung der Befundunterlagen erforderlich wird.
  3. „Maßnahmen zur Umformung“ können unabhängig von der Art der Behandlungsmethode oder der verwendeten Therapiegeräte, z. B. festsitzende oder abnehmbare Apparaturen, berechnet werden. Zu den abnehmbaren Apparaturen zählt auch der Einsatz von Schienen, Alignern, Positionern o. Ä., auch von elastischen Geräten, die geeignet sind, Zahnfehlstellungen zu korrigieren und/oder erzielte Behandlungsresultate zu stabilisieren.
  4. Die Geb.-Nrn. 6030 bis 6080 GOZ umfassen alle im Behandlungsplan festgelegten Maßnahmen innerhalb eines Zeitraumes von bis zu vier Jahren. Die volle Gebühr wird auch fällig, wenn die Behandlung weniger als vier Jahre dauert. Muss eine Behandlung über den Zeitraum von vier Jahren hinaus fortgesetzt werden, fällt die erneut anzusetzende Gebühr in vollem Umfang an, unabhängig von der weiteren Dauer.
  5. Sofern die Behandlung vor Ablauf von vier Jahren beendet ist und später infolge Befundänderung – auch vor Ablauf dieses Zeitraumes – eine neue Behandlung erforderlich wird, kann eine neue Therapie nach den Nummern 6030 bis 6080 berechnet werden.
Kommentarquelle:
Dr. Hinz Praxis & Wissen