0090 Intraorale Infiltrationsanästhesie

Punktzahl:
60
(1) 3,37 (2.3) 7,76 (3.5) 11,81
Gebührenziffer:
0090
Behandlungsbereich:
Allgemeine Leistungen

Beschreibung

Intraorale Infiltrationsanästhesie

Leistungsinhalt

Zu den Infiltrationsanästhesien zählen auch die intraligamentären und intraossären Anästhesien.

Dokumentation

  • Zahnangabe
  • verwendetes Anästhetikum und Mengeneinheit
  • Begründung bei Mehrfachberechnung
  • Risikoaufklärung des Patienten

Abrechenbar je

Zahn
Anästhesie

Abrechnungsbestimmungen

  • Wird die Leistung nach der Nummer 0090 je Zahn mehr als einmal berechnet, ist dies in der Rechnung zu begründen.
  • Bei den Leistungen nach den Nummern 0090 und 0100 sind die Kosten der verwendeten Anästhetika gesondert berechnungsfähig.

amtliche Begründung

  • Die Leistung nach der Nummer 0090 ist im Regelfall nur einmal je Zahn und Sitzung berechnungsfähig.
  • Eine routinemäßige Berechnung je Einstich ist nicht zulässig.
  • Eine mehr als einmalige Berechnung je Zahn ist im Ausnahmefall möglich. Dies ist dann in der Rechnung zu begründen.
  • Die Leitungsanästhesie nach der Nummer 0100 wird im Regelfall nur einmal je Sitzung und Kieferhälfte erforderlich sein.
  • Bei lang andauernden Eingriffen oder Versagen der Leitungsanästhesie ist eine weitere Berechnung zulässig. Diese besonderen Umstände sollten zur Vermeidung von Nachfragen vom Zahnarzt in der Rechnung angegeben werden.
  • Dies gilt auch für die im Einzel fall notwendige Erbringung und Berechnung einer Infiltrationsanästhesie und einer Leitungsanästhesie in derselben Kieferhälfte und derselben Sitzung.
  • Die bei der Erbringung der Leistungen nach den Nummern 0080 bis 0100 verwendeten Einmalartikel sind mit den Gebühren abgegolten. Dies gilt bei der Leistung nach der Nummer 0080 auch für die verwendeten Arzneimittel.
  • Bei den Leistungen nach den Nummern 0090 und 0100 ist das verwendete Anästhetikum gesondert berechnungsfähig.
  • Bei der Ausgliederung der nunmehr gesondert berechnungsfähigen Anästhetika ist nach den Angaben der BZÄK davon auszugehen, dass derzeit je Anästhesieleistung nach den Nummern 0090 oder 0100 durchschnittlich 0,7 Karpulen mit Kosten von durchschnittlich rd. 0,5 Euro verwendet werden.

Kommentare

Oktober 2018

  1. Die lokale Schmerzausschaltung (Infiltrationsanästhesie) wird je Zahn einmal berechnet. Sofern ein Einstich zur vollständigen Schmerzausschaltung am behandelten Zahn nicht ausreichend ist, kann auch mehrfach bzw. an unterschiedlichen Stellen anästhesiert werden und ist dann auch mehrfach berechnungsfähig. Bei der mehrfachen Anästhesieberechnung pro Zahn ist dies in der Rechnung mit einem kurzen nachvollziehbaren Begründungshinweis zu versehen. Auch bei lang dauernden Eingriffen mit Nachinjektion ist die Leistung mehrfach pro Zahn berechnungsfähig.
  2. Zur lokalen Schmerzausschaltung nach Nummer 0090 zählen auch die intraligamentäre, intrakanaläre, intrapulpäre und intraossäre Anästhesie. Bei einer Kombination, z. B. einer intraligamentären mit der Infiltrationsanästhesie, kann die Berechnung mit entsprechendem Begründungshinweis auch mehrfach pro Zahn und Sitzung berechnet werden. Infiltrationsanästhesien zur Ausschaltung von Anastomosen können ohne Begründungshinweis zusätzlich berechnet werden, weil sie ein anderes (Zahn-)Gebiet als den behandelten Zahn betreffen.
  3. In zahnlosen Kieferabschnitten kann die Infiltrationsanästhesie entsprechend dem zahnmedizinischen Erfordernis mehrfach berechnet werden.
  4. Die Infiltrationsanästhesie kann in derselben Sitzung auch neben einer intraoralen Leitungsanästhesie berechnet werden. Hinsichtlich der Nebeneinanderberechnung von Infiltrations- und Leitungsanästhesie entscheidet der Zahnarzt nach individueller Behandlungssituation.
  5. Das Anästhesiemittel ist gesondert berechnungsfähig. Die zur Injektion verwendeten Einmalmaterialien (z. B. Kanüle) können nicht gesondert berechnet werden.
  6. Injektionen bzw. Anästhesien zu Heilzwecken können nach Nummer 267 (GOÄ) berechnet werden.
Kommentarquelle:
BZÄK
  1. Lokalanästhesien (Infiltrations- und Leitungsanästhesien) sind je notwendige (§ 1 Abs. 2 GOZ) Applikation berechnungsfähig, also bei zwei nebeneinander stehenden Zähnen zweimal, bei vestibulärer und oraler Anästhesie eines Zahnes zweimal, bei langandauernden Eingriffen ggf. auch mehrfach.
  2. Ist die Infiltration je Zahn mehr als einmal notwendig, ist dies in der Rechnung zu begründen.
  3. Die Wiederholung einer Anästhesie aus zahnmedizinisch notwendigen Gründen erfüllt alle Leistungsmerkmale der Ziffer 0090 GOZ und ist daher dann auch wieder erneut berechenbar. Diese anästhesierenden Maßnahmen bedürfen getrennter Entscheidungen und sind nicht mit dem Fall vergleichbar, dass in einem örtlich abgegrenzten Bereich mehrfach eingestochen wird. In der Rechnung ist eine Begründung anzugeben.
Kommentarquelle:
Dr. Hinz Praxis & Wissen

April 2019

Die computergesteuerte Anästhesie (z. B. WAND/STA) erfüllt trotz modifizierter Handhabung die Leistungsinhalte der GOZ-Nrn. 0090 oder 0100 und ist je nach Lokalisation und Indikation originär nach den GOZ-Nrn. 0090 für die Infiltrationsanästhesie (dazu zählen auch die intraligamentäre, intrapulpäre und intraossäre Anästhesie) oder 0100 für die Leitungsanästhesie zu berechnen.

Kommentarquelle:
Beratungsforum für Gebührenordnungsfragen