9090 Knochengewinnung/-aufbereitung und -implantation

Punktzahl:
400
(1) 22,50 (2.3) 51,74 (3.5) 78,74
Gebührenziffer:
9090
Behandlungsbereich:
Implantologie

Beschreibung

Knochengewinnung (z. B. Knochenkollektor oder Knochenschaber) Knochenaufbereitung und Implantation, auch zur Weichteilunterfütterung

Leistungsinhalt

  • Knochengewinnung
  • Aufbereitung des Knochenmaterials, z. B. Knochenzerkleinerung, Knochenzermahlung
  • Implantation des gewonnenen Knochens
  • Weichteilunterfütterung mit Knochen

Abrechnungsbestimmungen

  • Die Kosten eines einmal verwendbaren Knochenkollektors oder -schabers sind gesondert berechnungsfähig.

amtliche Begründung

  • Die Leistung nach der Nummer 9090 beschreibt die Knochengewinnung und -aufbereitung und -implantation im Zusammenhang mit einer Implantateinbringung.
  • Wie auch bei der Leistung nach der Nummer 4110 sind die Kosten eines einmal verwendbaren Knochenkollektors oder Knochenschabers gesondert berechnungsfähig.

zusätzlich berechnungsfähig

Knochenkollektor
Knochenersatzmaterialienkünstlicher Knochen, Knochentransplantat.
Materialien zum Verschluss von oberflächlichen Blutungen bei hämorrhagischen Diathesen oder zum Schutz wichtiger anatomischer Strukturen (z.B. Nerven)
atraumatisches Nahtmaterial

Berechnung daneben ausgeschlossen

Kommentare

Oktober 2018

  1. Diese Gebührennummer umfasst die Knochengewinnung, die Aufbereitung des Kno chenmaterials z.B. durch Knochenzerkleinerung oder -zermahlung und die Implantation. Die Gebührennummer ist gemäß der Anzahl der Transplantationsvorgänge berechnungsfähig.
  2. Die Materialkosten für einen einmal verwendbaren Knochenkollektor oder Knochenschaber sind gesondert berechnungsfähig.
  3. Die Knochengewinnung kann auch z.B. durch Knochenkernbohrungen oder mittels Piezochirurgie erfolgen. Die zusätzliche Entnahme von Knochen aus einem getrennten Operationsgebiet berechtigt zum Ansatz der 9140.
  4. Die Gebührennummer 9090 beschreibt die Knochentransplantation z.B. bei der socket preservation, der Wiederverwendung des bei der Präparation einer Implantatkavität gewonnenen Knochens, dem Auffüllen periimplantärer Knochendefekte, dem Auffüllen von Knochendefekten nach der Zystektomie nicht-dentogener Zysten oder von Zysten, die sich über die Region eines Zahnes hinaus erstrecken. Auch eine Weichteilunterfütterung erfüllt den Leistungsinhalt.
  5. Die Berechnung der 9090 stellt ausschließlich auf die Transplantation autologen Knochens ab.
  6. Die Verwendung von Knochenersatzmaterial wird von der 9090 nicht erfasst und ist gesondert berechnungsfähig. Die Vornahme weichteilplastischer Maßnahmen zum Wundverschluss, die über den primären Wundverschluss hinausgehen, ist gesondert berechnungsfähig.
  7. Im Rahmen der Kieferbruchbehandlung werden für die Knochengewinnung, die Knochenaufbereitung, die Knocheneinbringung und die Knochentransplantation entsprechend der Vorschrift des § 6 Abs. 2 (GOZ) die Nummern 2253 ff. (GOÄ) verwendet.
  8. Bei dieser Leistung fällt zusätzlich der OP-Zuschlag nach der Nummer 0500 an, sofern es sich um die höchste zuschlagsfähige Leistung am Operationstag handelt und kein OP-Zuschlag aus der GOÄ zur Berechnung kommt.
Kommentarquelle:
BZÄK
  1. Die Leistung nach der GOZ-Nr. 9090 ist für die Region eines Implantats bzw. für den Bereich einer Zahnbreite berechnungsfähig.
  2. Wird im Rahmen der Implantatinsertion Knochen mit Kollektoren aufgefangen und reaugmentiert zum Auffüllen von Knochennischen, -taschen oder -trichtern, kann hierfür die Nr. 9090 berechnet werden.
  3. Die Materialkosten für einen einmal verwendbaren Knochenkollektor oder Knochen schaber sind gesondert berechnungsfähig.
  4. Die Knochengewinnung kann auch z.B. durch Knochenkernbohrungen oder mittels Piezochirurgie erfolgen. Die zusätzliche Entnahme von Knochen aus einem getrennten Operationsgebiet berechtigt zum Ansatz der 9140.
  5. Die Verwendung von Knochenersatzmaterial wird von der 9090 nicht erfasst und ist gesondert berechnungsfähig.
  6. Die GOZ-Nr. 9090 kann neben einem Sinuslift (GOZ-Nrn. 9110, 9120) berechnet werden, wenn der gewonnene Knochen zur abschließenden Konturierung (außerhalb der Kieferhöhle) am Implantatbett angelagert wird.
Kommentarquelle:
Dr. Hinz Praxis & Wissen