8000 Klinische Funktionsanalyse

Punktzahl:
500
(1) 28,12 (2.3) 64,68 (3.5) 98,42
Gebührenziffer:
8000
Behandlungsbereich:
FAL/FTL

Beschreibung

Klinische Funktionsanalyse einschließlich Dokumentation

Leistungsinhalt

  • Anamneseerhebung
  • Kiefergelenksbefund
  • Befund der Kaumuskulatur
  • Okklusionsprüfung
  • Erhebung von Parafunktionen (z.B. Knirschen, Pressen, Wangebeißen, Habits)
  • Klinische Reaktionstests (z.B. Resilienz- oder Provokationstest)
  • Prophylaktische, parodontologische oder prothetische Befunderhebung als sog. „Screening“

Dokumentation

  • Anamnese
  • Befund
  • Diagnose
  • Indikation für die Leistung
  • Aufklärung des Patienten

Abrechnungsbestimmungen

  • Die Leistung nach der Nummer 8000 umfasst folgende zahnärztliche Leistungen: prophylaktische, prothetische, parodontologische und okklusale Befunderhebung, funktionsdiagnostische Auswertung von Röntgenaufnahmen des Schädels und der Halswirbelsäule, klinische Reaktionstests (z.B. Resilienztest, Provokationstest).

amtliche Begründung

  • Bei der Leistung nach der Nummer 8000 wird mit der Neufassung der Leistungsbeschreibung klargestellt, dass unabhängig von konkret angewandten Verfahren zur Analyse der Befunde der Gesamt vorgang der klinischen Befunderhebung einschließlich der Dokumentation der erhobenen Befunde nach der Nummer 8000 zu berechnen ist.
  • Im Zentrum der klinischen Funktionsanalyse steht insbesondere die visuelle, nicht-instrumentelle Analyse der Bewegungsbahnen des Unterkiefers, das Abtasten der Gelenkregion bei den Kieferbewegungen, die Erfassung von Knackund Reibegeräuschen, das Abtasten der Kiefer- und Halsmuskulatur z.B. auf Verhärtungen und Myogelosen.
  • Der bisherige Abrechnungsausschluss gegenüber der eingehenden Untersuchung nach der Nummer 0010 entfällt, weil die Leistung nach der Nummer 8000 nach Art und Umfang in der Regel eine andere Zielrichtung hat.

zusätzlich berechnungsfähig

Berechnungsfähige Materialien nach § 4 Abs. 3 GOZ bzw. § 10 GOÄ
Zahntechnische Kosten nach § 9 GOZ

Kommentare

Oktober 2018

  1. Die klassische klinische Funktionsanalyse dient der Feststellung von Erkrankungen oder Veränderungen in der Funktion des craniomandibulären Systems (Craniomandibuläre Dysfunktion/CMD). Diese können sowohl die Zähne als auch Knochen, Gelenke, Muskulatur, Innervation und Gefäße in ihrer Funktion beeinflussen. Die Diagnostik dieser Störungen wird durch die klassische klinische Funktionsanalyse eingeleitet. Diese umfasst das Zusammentragen und Beurteilen der Ergebnisse unterschiedlicher Einzeltests (Palpation, Auskultation, nicht instrumentelle Erfassung der Kieferbewegungen).
  2. Die Befunde werden in der Regel formgebunden erfasst (z. B. „Klinischer Funktionsstatus“ der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und Therapie/DGFDT).
  3. Die Ergebnisse müssen dokumentiert und ausgewertet werden. Die Gebührennummer ist je Befunderhebung berechenbar und ist in der Regel im Verlauf einer funktionstherapeutischen Behandlung wiederholt indiziert.
  4. Die Leistung kann auch im Zusammenhang mit der eingehenden Untersuchung (Nummer 0010) berechnet werden.
  5. Andere weiterführende Untersuchungen, z. B. die manuelle Strukturanalyse sowie Tests zur Aufdeckung orthopädischer und psychosomatischer Co-Faktoren, sind nicht Bestandteil dieser Leistung. Die dreidimensionale Vermessung der Kiefer- oder Kondylenposition ist nicht Bestandteil der Leistung und kann nach § 6 Abs. 1 berechnet werden. Diesbezügliche zahntechnische Leistungen, z. B. Einstellung des Artikulators, sind nach § 9 Abs. 1 GOZ berechenbar.
  6. Die Gebührennummer ist im Verlauf einer funktionstherapeutischen Behandlung wiederholt berechnungsfähig.
  7. Die Leistung kann auch im Zusammenhang mit der eingehenden Untersuchung (Nummer 0010) berechnet werden. Andere weiterführende Untersuchungen, z. B. die manuelle Strukturanalyse sowie Tests zur Aufdeckung orthopädischer und psychosomatischer Co- Faktoren, sind nicht Bestandteil dieser Leistung.
Kommentarquelle:
BZÄK
  1. Im Verlauf der Behandlung kann die Nr. 8000 mehrfach anfallen.
  2. Die Leistung nach der GOZ-Nr. 8000 fordert zwar eine Dokumentation, aber nicht das Ausfüllen eines spezielles „Formblattes“.
  3. Eine schriftliche Befunderhebung ist nicht die Voraussetzung für die Berechnung weiterer funktionsanalytischer und funktionstherapeutischer Leistungen.
  4. Besteht bei kieferorthopädischen, klinischen Untersuchungen der Verdacht auf eine asymmetrische Verlagerung der Mandibula (dreidimensionale skelettale oder erhebliche dentoalveoläre Abweichungen), ist eine instrumentelle Funktionsdiagnostik zur Planung und Durchführung der kieferorthopädischen Behandlung notwendig und berechnungsfähig.
Kommentarquelle:
Dr. Hinz Praxis & Wissen