6080 Einstellung der Kiefer-Regelbiss, hoher Umfang

Punktzahl:
3600
(1) 202,47 (2.3) 465,68 (3.5) 708,65
Gebührenziffer:
6080
Behandlungsbereich:
Kieferorthopädie

Beschreibung

Maßnahmen zur Einstellung der Kiefer in den Regelbiss während der Wachstumsphase einschließlich Retention, hoher Umfang

Leistungsinhalt

  • vorbereitende Maßnahmen (z. B. Abformung, Bissnahme)
  • alle im Behandlungsplan festgelegten Maßnahmen zur Einstellung in den Regelbiss (innerhalb eines Zeitraumes von bis zu vier Jahren)
  • Eingliederung der Therapiegeräte
  • Kontrolle des Behandlungsverlaufes
  • Aktivierung der Therapiegeräte
  • alle Maßnahmen zur Retention in einem Zeitraum von bis zu vier Jahren

Abrechenbar je

je Behandlungsfall

Abrechnungsbestimmungen

  • Die Leistungen nach den Nummern 6030 bis 6080 umfassen alle im Behandlungsplan fest gelegten Maßnahmen innerhalb eines Zeitraumes von bis zu vier Jahren.
  • Die Maßnahmen im Sinne der Nummern 6030 bis 6080 umfassen alle Leistungen zur Kieferumformung und Retention bzw. zur Einstellung des Unterkiefers in den Regelbiss, innerhalb eines Zeitraumes von bis zu vier Jahren, unabhängig von den angewandten Behandlungsmethoden oder den verwendeten Therapiegeräten.
  • Neben den Leistungen nach den Nummern 6030 bis 6080 sind Leistungen nach den Nummern 6190 bis 6260 nicht berechnungsfähig.
  • Bei Maßnahmen von mittlerem Umfang muss mindestens ein Kriterium nach den Buchstaben a) bis c), bei Maßnahmen von hohem Umfang müssen mindestens zwei der Kriterien erfüllt sein:
    • Ausmaß der Bissverschiebung: mehr als 4 Millimeter
    • Richtung der durchzuführenden Bissverschiebung, Unterkiefer relativ zum Oberkiefer, dorsal
    • Skelettale Bedingungen: ungünstige Wachstumsvoraussetzungen

amtliche Begründung

  • Der Leistungsinhalt der Leistungen nach den Nummern 6030 bis 6080 wird näher beschrieben, um in der Anwendungspraxis aufgetretene Unklarheiten zu vermeiden. Die Ergänzung des dritten Absatzes der Abrechnungsbestimmung stellt klar, dass die Gebührennummern 6030 bis 6080 auch dann nur einmal in einem Vier-Jahres-Zeitraum abgerechnet werden dürfen, wenn besondere Behandlungsmethoden angewandt oder besondere Therapiegeräte (z.B. Loops, Bögen, Attachments bei Alignern, festsitzende Retainer oder Kunststoffschienen) verwendet werden.
  • Der vierte Absatz der Abrechnungsbestimmung stellt klar, dass neben den Leistungen nach den Nummern 6030 bis 6080 die Leistungen nach den Nummern 6190 bis 6260 nicht berechnungsfähig sind. Damit können die übrigen Leistungen des Abschnitts G sowie diagnostische Leistungen außerhalb dieses Abschnitts (z.B. Abformungen, Röntgen) neben den Leistungen nach den Nummern 6030 bis 6080 berechnet werden.

zusätzlich berechnungsfähig

Kommentare

Oktober 2018

  1. Die kieferorthopädischen Maßnahmen zur Einstellung der Kiefer in den Regelbiss während der Wachstumsphase werden mit den Nummern 6060, 6070 und 6080 in drei Klassen mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad eingeteilt. Die Maßnahmen zur Erreichung des Behandlungsziels können sich auf einen oder auf beide Kiefer beziehen. Die Therapiemaßnahmen sind unabhängig von der Art der Behandlungsmethode, z. B. festsitzende oder abnehmbare Apparaturen.
  2. Insgesamt werden drei Kriterien genannt, die für die Einteilung der Schwierigkeitsgrade einer Behandlung maßgebend sind. Diese Kriterien beschreiben den Umfang der notwendigen Therapie beim Vorliegen unterschiedlicher Anomalien. Die Wachstumsphase ist nicht an ein bestimmtes Alter gebunden.
  3. Behandlungen zur Einstellung der Okklusion durch alveolären Ausgleich bei abgeschlossener Wachstumsphase fallen nicht unter diese Gebührennummer, sondern werden nach der Nummer 6090 berechnet.
  4. Die Berechnung der Leistung bezieht sich auf einen Zeitraum von bis zu vier Jahren. Maßnahmen zur Retention sind nur dann separat berechnungsfähig, wenn sie nach Ablauf der vier Jahre erbracht werden.
  5. Sofern die Behandlung vor Ablauf von vier Jahren beendet ist und später infolge Befundänderung – auch vor Ablauf dieses Zeitraumes – eine neue Behandlung erforderlich wird, kann eine neue Therapie nach den Nummern 6060 bis 6080 berechnet werden.
  6. Im Zusammenhang mit dieser Umformungs- bzw. Einstellungsmaßnahme können weitere kieferorthopädische Einzelleistungen, die in den Nummern 6190 bis 6260 beschrieben sind, nicht berechnet werden.
Kommentarquelle:
BZÄK

Die Zuordnung der Maßnahmen zur Einstellung der Kiefer in den Regelbiss in geringem, mittlerem und hohem Umfang wird nach folgenden Kriterien vorgenommen:

  1. Ausmaß der Bissverschiebung: mehr als vier Millimeter. Das Ausmaß der Bissverschiebung wird nach „Millimetern“ gemessen und bezieht sich auf die Stellung der Eckzähne und/oder 6-Jahr-Molaren beider Kiefer zueinander, wobei vier Millimeter in der Regel dem Begriff „einer halben Prämolarenbreite“ entsprechen.
  2. Richtung der durchzuführenden Bissverschiebung, Unterkiefer relativ zum Oberkiefer, dorsal. Das Kriterium bezieht sich auf die Richtung der Bissverschiebung, wobei der Unterkiefer in Relation zum Oberkiefer betrachtet wird und die Richtung dorsal sein muss.
  3. Skelettale Bedingungen: ungünstige Wachstumsvoraussetzungen. Die skelettalen Bedingungen werden im Allgemeinen durch die Auswertung einer Fernröntgenaufnahme zu ermitteln sein. Auswertungen ermöglichen das Erkennen individueller Anhaltspunkte über das Wachstumsgeschehen.
    • Nr. 6060 Keines der Kriterien ist erfüllt.
    • Nr. 6070 Eins der Kriterien ist erfüllt.
    • Nr. 6080 Zwei der Kriterien sind erfüllt.
  4. Der angegebene Behandlungszeitraum „von bis zu vier Jahren“ bezieht sich ausschließlich auf die im Behandlungsplan festgelegten Maßnahmen bis zu deren Abschluss. Behandlungen im Milch- oder frühen Wechselgebiss erfordern nicht selten nach ihrem Abschluss in einer späteren Entwicklungsphase des Gebisses erneute Behandlungsmaßnahmen nach den Nrn. 6030 bis 6080 mit erneuter Planung und Bewertung des Behandlungsumfanges. Dies gilt auch für die Rezidivbehandlung. Die erneute kieferorthopädische Behandlungsplanung wird nach Nr. 0040 GOZ berechnet. Die Nr. 0040 GOZ kann auch dann erneut berechnet werden, wenn durch eine Unterbrechung der Behandlung eine erneute diagnostische Ausarbeitung der Befund unterlagen erforderlich wird.
  5. „Maßnahmen zur Umformung“ können unabhängig von der Art der Behandlungsmethode oder der verwendeten Therapiegeräte, z.B. festsitzende oder abnehmbare Apparaturen, berechnet werden. Zu den abnehmbaren Apparaturen zählt auch der Einsatz von Schienen, Alignern, Positionern o. Ä., auch von elastischen Geräten, die geeignet sind, Zahnfehlstellungen zu korrigieren und/oder erzielte Behandlungsresultate zu stabilisieren.
  6. Die Geb.-Nrn. 6030 bis 6080 GOZ umfassen alle im Behandlungsplan festgelegten Maßnah men innerhalb eines Zeitraumes von bis zu vier Jahren. Die volle Gebühr wird auch fällig, wenn die Behandlung weniger als vier Jahre dauert. Muss eine Behandlung über den Zeitraum von vier Jahren hinaus fortgesetzt werden, fällt die erneut anzusetzende Gebühr in vollem Umfang an, unabhängig von der weiteren Dauer.
  7. Sofern die Behandlung vor Ablauf von vier Jahren beendet ist und später infolge Befundänderung – auch vor Ablauf dieses Zeitraumes – eine neue Behandlung erforderlich wird, kann eine neue Therapie nach den Nummern 6030 bis 6080 berechnet werden.
Kommentarquelle:
Dr. Hinz Praxis & Wissen