5120 Provisorischer Brückenanker direktes Verfahren mit Abformung

Punktzahl:
240
(1) 13,50 (2.3) 31,05 (3.5) 47,24
Gebührenziffer:
5120
Behandlungsbereich:
Stifte und Provisorien

Beschreibung

Provisorische Brücke im direkten Verfahren mit Abformung, je Zahn oder Implantat sowie die Entfernung

Leistungsinhalt

  • ​Auswahl
  • Anprobe,
  • okklusale Anpassung
  • ggf. notwendige Korrekturen
  • Eingliederung des provisorischen Brückenankers
  • Entfernung und ggf. Wiederbefestigung

Dokumentation

  • Zahnangabe
  • Abformmaterial
  • Art der Befestigung
  • Provisoriumsmaterial

Abrechnungsbestimmungen

  • Das Wiedereingliedern derselben provisorischen Brücke, gegebenenfalls auch mehrmals, einschließlich Entfernung ist mit den Gebühren nach den Nummern 5120 bis 5140 abgegolten.

amtliche Begründung

  • Die Leistungen nach den Nummern 5120 und 5140 werden neu gefasst und auf das direkte Verfahren zur Herstellung der Provisorien abgestellt. Die Entfernung der provisorischen Brücken bzw. Brückenspannen oder Freiendsattel ist Leistungsbestandteil und nicht gesondert berechnungsfähig.

zusätzlich berechnungsfähig

temporäre Wiederbefestigung einer alio loco hergestellten definitiven Brücke (z. B. im Not- oder Vertretungsdienst) als Analogposition
zahntechnische Leistungen gem. § 9 GOZ
Abformmaterial

Kommentare

Oktober 2018

  1. Diese Art der provisorischen Versorgung ist auch als „Sofortprovisorium“ bekannt und wird in der Regel mithilfe einer zuvor durchgeführten Abformung oder einer vorbereiteten Tiefziehfolie (Formteil) hergestellt. Sie dient dem Schutz eines beschliffenen Zahnes und der temporären Sicherung der Kaufunktion. Die Einschränkung der Abrechnungsbestimmung im Hinblick auf die eingeschlossene Entfernung des Provisoriums trifft nicht zu, wenn die provisorische Brücke definitiv befestigt werden musste. In diesem Fall ist die Entfernung der Brücke gesondert berechnungsfähig, da sie dem Leistungsumfang der Nummer 2290 entspricht.
  2. Provisorische Brückenanker, die nicht unmittelbar an die Lücke angrenzen, werden nach der Nummer 2270 berechnet.
  3. Die Anfertigung einer provisorischen Stiftkrone im Zusammenhang mit einer provisorischen Brücke ist in der Leistungsbeschreibung der GOZ nicht aufgeführt. Sie wird daher nach § 6 Abs. 1 berechnet. Provisorische Brückenanker in Form von Inlays oder Teilkronen sind nach dieser Nummer zu berechnen.
  4. Eine Neuanfertigung infolge Verlust oder Defekt erfordert den erneuten Ansatz der Gebührennummer.
  5. Die Wiedereingliederung einer alio loco angefertigten provisorischen Brücke ist analog berechnungsfähig.
  6. Die zahnärztlichen Maßnahmen bei dieser Gebührennummer umfassen die Abfor mung, Anprobe, okklusale Anpassung, ggf. notwendige Korrekturen und die Eingliederung. Treten zusätzliche zahntechnische Laborleistungen hinzu, sind diese nach § 9 berechnungsfähig.
Kommentarquelle:
BZÄK
  1. Die Nr. 5120 ist je prov. Krone nur bei einer prov. Brücke zu berechnen.
  2. Werden in bestimmten Fällen keine prov. Brückenglieder (bzw. Spannen) hergestellt, sind die prov. Kronen nicht nach Nr. 5120, sondern nach den Nrn. 2260 oder 2270 zu berechnen. Bei Kronen mit Ankern ist die prov. Krone nach 2270 (nicht 5120), ebenso Nr. 2270 bei Teleskopkronen, berechenbar.
  3. Wenn die provisorische Brücke definitiv befestigt werden musste, ist die Entfernung des Provisoriums gesondert nach GOZ-Nr. 2290 berechnungsfähig.
  4. Provisorische Kronen, die unmittelbar an eine Lücke angrenzen und als Provisorium für Brückenpfeiler oder Prothesenanker dienen, werden nach Nummer 5120 berechnet.
  5. Eine Neuanfertigung infolge von Verlust oder Defekt berechtigt zum erneuten Ansatz der Gebührennummer.
  6. Die Wiedereingliederung einer alio loco angefertigten provisorischen Brücke ist analog berechnungsfähig.
  7. Die Anfertigung eines provisorischen Brückenankers mit Stiftverankerung wird analog nach § 6 Abs. 1 berechnet.
  8. Ein im indirekten Verfahren hergestelltes, laborgefertigtes Provisorium wird je Zahn oder Implantat nach Nummer 7080 berechnet, vorausgesetzt, die Tragezeit beträgt mehr als drei Monate.
  9. Für die Ausarbeitung des Provisoriums können zusätzlich Laborkosten anfallen. Hochglanzpolitur oder andere Feinarbeiten sind als technische Leistungen berechenbar.
Kommentarquelle:
Dr. Hinz Praxis & Wissen

01.06.2015

  1. Eine Leistung nach der Nr. 5120 GOZ ist mit Versicherten der GKV im Rahmen von andersartigem Zahnersatz vereinbarungsfähig.
  2. Die übliche Ausarbeitung der provisorischen Brücke ist Leistungsbestandteil der Nrn. 5120 und 5140 GOZ. Zahntechnische Laborleistungen zur Form- bzw. Oberflächenveränderung aus funktionellen oder ästhetischen Gründen sowie Reparaturen an Provisorien sind berechnungsfähig.
  3. Für zahntechnische Leistungen, die nicht mit der Vergütung für die Nrn. 5120 und 5140 GOZ abgegolten sind, besteht Anspruch auf Auslagenersatz nach § 9 GOZ (zum Beispiel Tiefziehschiene zur Schaffung einer Hohlform oder Form- bzw. Oberflächenveränderungen wegen funktioneller, prothetischer oder gnathologischer Veränderungen). Materialkosten (zum Beispiel Abformmaterial) sind nach § 4 Abs. 3 GOZ berechnungsfähig.
  4. Maßnahmen zur Wiederherstellung eines Provisoriums sind in Abhängigkeit von der erbrachten Leistung ggf. gem. § 6 Abs. 1 GOZ und/oder als zahntechnische Leistung zu berechnen.
  5. Die Neuanfertigung infolge von Verlust oder fehlender Möglichkeit der Wiederherstellung ist nach Nrn. 5120 bzw. 5140 GOZ vereinbarungsfähig.
  6. Die Nr. 2197 GOZ ist je provisorischer Ankerkrone zusätzlich berechnungsfähig, wenn das Provisorium adhäsiv befestigt wird.
  7. Provisorische Kronen, die nicht unmittelbar an eine Lücke angrenzen, sind nach der Nr. 2270 GOZ berechnungsfähig.
  8. Beträgt die Tragezeit des festsitzenden laborgefertigten Provisoriums weniger als drei Monate, sind anstelle der Leistungen nach den Nrn. 7080 und 7090 GOZ die Leistungen nach den Nrn. 2260, 2270 oder 5120 und 5140 GOZ berechnungsfähig.
  9. Die Versorgung eines Brückenankers mit einer provisorischen Stiftkrone ist nicht in der GOZ beschrieben; sie ist gem. § 6 Abs. 1 GOZ zu berechnen.
Kommentarquelle:
KZBV

April 2019

Die Wiedereingliederung (inklusive Säuberung, ggf. Wiederanpassung) andernorts angefertigter direkter oder laborgefertigter Provisorien ist analog zu berechnen. Aus grundsätzlichen Erwägungen empfiehlt die Bundeszahnärztekammer keine konkrete Analoggebühr. Der PKV-Verband und die Beihilfeträger halten als Analoggebühr die GOZ-Nr. 2260 für angemessen.

Kommentarquelle:
Beratungsforum für Gebührenordnungsfragen

April 2019

Wiederherstellung/Wiederbefestigung einer definitiven Krone zum temporären Verbleib

Das Umarbeiten einer definitiven Krone oder Brücke zu einem Provisorium und/oder Wiederbefestigung der definitiven Krone oder Brücke zum provisorischen Verbleib sind in der GOZ nicht beschrieben. Die Leistung wird gemäß § 6 Abs. 1 GOZ analog berechnet. Aus grundsätzlichen Erwägungen empfiehlt die Bundeszahnärztekammer keine konkrete Analoggebühr. Der PKV-Verband und die Beihilfeträger halten als Analoggebühr – je nach Aufwand die GOZ-Nr. 2260, 2270 oder 5120 je Zahn bzw. Brückenpfeiler für angemessen. Das Wiedereingliedern dieses Provisoriums, ggf. auch mehrmals, einschließlich Entfernung, ist mit der Berechnung der Analoggebühr abgegolten.