4120 Verlegen eines gestielten Schleimhautlappens

Punktzahl:
275
(1) 15,47 (2.3) 35,57 (3.5) 54,13
Gebührenziffer:
4120
Behandlungsbereich:
Parodontologie

Beschreibung

Verlegen eines gestielten Schleimhautlappens, je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich

Dokumentation

  • Angabe der Region
  • Beschreibung der Behandlung sowie Art und Menge des verwendeten Materials und der Einmalinstrumente
  • Indikation für die Leistung bzw. Befund
  • Aufgetretende Schwierigkeiten oder Besonderheiten (z.B. das Gebiet des gestielten Schleimhautlappens umfasst mehrere Parodontien)

Abrechenbar je

Kieferhälfte oder Frontzahnbereich

Abrechnungsbestimmungen

  • keine

Kommentare

Oktober 2018

  1. Im Gegensatz zur einfachen Lappenplastik (Nummer 2381 GOÄ) oder schwierigen Lappenplastik (Nummer 2382 GOÄ) beschreibt die Nummer 4120 keine vollständige Lappenplastik, sondern das Verlegen eines vorhandenen gestielten Schleimhautlappens. Diese Gebührennummer ist z.B. dann berechnungsfähig, wenn im Zusammenhang mit einer offenen parodontalchirurgischen Behandlung der vorhandene Schleimhautlappen nicht nur als Zugangslappen dient und im Sinn einer primären Wundversorgung in die ursprüngliche Position reponiert, sondern apikal, koronal oder lateral verlagert wird.
  2. Die Leistung kann u.a. der Deckung gingivaler Rezessionen oder der Beseitigung/ Reduktion pathologischer Zahnfleischtaschen dienen. Das alleinige Einkürzen oder Umschneiden eines Schleimhautlappens erfüllt den Leistungsinhalt nicht.
  3. Die Periostschlitzung ist im Gegensatz zur Leistungsbeschreibung bei der Nummer 3100 nicht Leistungsvoraussetzung.
  4. Unabhängig von der Größe des verlegten Schleimhautlappens ist die Gebühren - nummer nur einmal je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich berechnungsfähig. Vestibulum-, Mundboden- oder Gingivaextensionsplastiken sind in Abhängigkeit von Umfang und Indikation nach der Nummer 3240 oder den Nummern 2675 - 2677 GOÄ zu berechnen.
Kommentarquelle:
BZÄK
  1. Auch bei zwei getrennten Lappenverlegungen ist die Leistung nur einmal je Kiefer hälfte oder Frontzahnbereich berechenbar.
  2. Nach dieser Position werden alle Arten von gestielten Schleimhautlappen berechnet, z.B. auch der lateralen oder der koronalen Verschiebelappen.
  3. Wird im Rahmen eines parodontalchirurgischen Eingriffs der vorhandene Schleimhautlappen nach apikal, koronal oder lateral verlagert, kann die GOZ-Nr. 4120 zusätzlich zu den jeweiligen parodontalchirurgischen Leistungen berechnet werden.
  4. Die Nr. 4120 ist nicht je Zahn, sondern je Kieferhälfte oder Frontzahnbereich berechnungsfähig.
Kommentarquelle:
Dr. Hinz Praxis & Wissen

01.06.2015

  1. Eine Leistung nach der Nr. 4120 GOZ ist mit Versicherten der GKV für dieselbe Kieferhälfte oder denselben Frontzahnbereich nicht als Zusatzleistung im Rahmen einer vertragszahnärztlichen systematischen Parodontitistherapie vereinbarungsfähig.
  2. Nach Abschluss der im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung erfolgten systematischen Behandlung von Parodontopathien ist eine Leistung nach Nr. 4120 GOZ vereinbarungsfähig.
  3. Nach der Behandlungsrichtlinie (Abschnitt B. V. Systematische Behandlung von Parodontopathien) gehört "die Behandlung der Rezessionen, des Fehlens keratinisierter Gingiva und der verkürzten angewachsenen Schleimhaut" nicht zur vertragszahnärztlichen Versorgung der Versicherten.
  4. Ist das Verlegen eines gestielten Schleimhautlappens, beispielsweise zur Rezessionsdeckung an einzelnen Zähnen im direkten zeitlichen Zusammenhang mit einer systematischen Parodontitistherapie indiziert, so ist für diese Zähne die gesamte Behandlung privat zu vereinbaren.
Kommentarquelle:
KZBV