4055 Entfernung harter/weicher Zahnbeläge, mehrwurzeliger Zahn

Punktzahl:
13
(1) 0,73 (2.3) 1,68 (3.5) 2,56
Gebührenziffer:
4055
Behandlungsbereich:
Parodontologie

Beschreibung

Entfernung harter und weicher Zahnbeläge, ggf. einschließlich Polieren an einem mehrwurzeligen Zahn

Leistungsinhalt

  • Entfernung harter supragingivaler Beläge
  • Entfernung weicher supragingivaler Beläge
  • Politur

Dokumentation

  • Zahnangabe
  • Benennung der Methode (z.B. mit Zahnsteinentfernung mit Ultraschall, Scaler etc.)
  • eventuelle Materialien (z.B. für die Politur)

Abrechenbar je

mehrwurzligem Zahn

Abrechnungsbestimmungen

  • Die Leistungen nach den Nummern 4050 und 4055 sind für denselben Zahn innerhalb von 30 Tagen nur einmal berechnungsfähig.
  • Neben den Leistungen nach den Nummern 4090 und 4100 sind Leistungen nach den Nummern 4050 bis 4080 in der gleichen Sitzung nicht berechnungsfähig.

amtliche Begründung

  • Die Leistungen nach den Nummern 4050 und 4055 beschreiben im Kern die bislang der GOZalt Nummer 405 zugeordnete Entfernung der harten und weichen Zahnbeläge. Es erfolgt eine Differenzierung zwischen ein- und mehrwurzeligen Zähnen, um dem unterschiedlichen Aufwand Rechnung zu tragen. Darüber hinaus sind diese Leistungen in einem Zeitraum von 30 Tagen nach der Durchführung für denselben Zahn nicht erneut berechnungsfähig. Innerhalb dieses Zeitraums kann die Leistung nach der Nummer 4060 berechnet werden.

Kommentare

Oktober 2018

  1. Bei der Entfernung von harten und weichen Zahnbelägen handelt es sich im Sinne dieser Leistung um supragingivale Ablagerungen. Deren Entfernung kann manuell oder maschinell, z. B. mittels Ultraschall oder rotierender Instrumente, erfolgen. Die anschließende Oberflächenpolitur ist Bestandteil der Leistung und kann in dieser Sitzung nicht gesondert berechnet werden. Die nichtchirurgische Belagentfernung an subgingivalen Oberflächen wird analog gemäß § 6 Abs. 1 GOZ berechnet.
  2. Die Entfernung von fest haftenden Verfärbungen und oberflächlichen Einlagerungen (z. B. Tee-, Kaffee-, Rotwein-, Tabak-, Teerbeläge) mit besonderen Maßnahmen (z. B. Pulverstrahl) kann im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung berechnet werden.
  3. Sofern es sich allein um die Entfernung von Verfärbungen ohne die Entfernung von harten und weichen Zahnbelägen als vorwiegend kosmetische Maßnahme handelt, ist die Leistung ggf. für medizinisch nicht notwendig einzustufen und entsprechend als Verlangensleistung nach § 2 Abs. 3 zu berechnen.
  4. Die Zahnsteinentfernung nach dieser Gebührennummer bezieht sich nur auf einwurzelige Zähne, auf Implantate oder auf Brückenglieder, je ersetztem Zahn. Die Häufigkeit der Leistungserbringung ist auf einmal innerhalb von 30 Tagen beschränkt. Sofern innerhalb dieses Zeitraums noch vorhandene oder neue Beläge entfernt werden müssen, ist hierzu die Nummer 4060 heranzuziehen.
  5. Die Leistung kann nicht in derselben Sitzung mit einer professionellen Zahnreinigung sowie der Nummer 4060 berechnet werden.
Kommentarquelle:
BZÄK
  1. Die Entfernung von fest haftenden Verfärbungen (z. B. Tee-, Kaffee-, Rotwein-, Tabak-, Teerbeläge) mit besonderen Maßnahmen (z. B. Pulver-Wasserstrahl) kann im Rahmen einer professionellen Zahnreinigung berechnet oder bei der Bemessung der Gebühr der GOZ-Nrn. 4050/5055 berücksichtigt werden.
  2. Die „30-Tage-Regel“ beschränkt sich auf die Berechnung „je Zahn“, d.h., je Implantat oder Brückenglied kann die Gebühr häufiger berechnet werden.
  3. An verschiedenen Zähnen können die Leistungen nach den GOZ-Nrn. 1040, 4050, 4055, 4060, 407, 4075, 4090 und 4100 in gleicher Sitzung berechnet werden.
  4. Die Zahnsteinentfernung bzw. Nachreinigung an einer herausnehmbaren Prothese kann als zahntechnische Leistung berechnet werden.
Kommentarquelle:
Dr. Hinz Praxis & Wissen

01.06.2015

  1. Eine Leistung nach der Nr. 4055 ist mit Versicherten der GKV vereinbarungsfähig, wenn der Anspruch auf die Leistung nach Nr. 107 BEMA (einmal pro Kalenderjahr) erschöpft ist. Darüber hinaus kann diese Leistung für die Entfernung harter und weicher Beläge an Implantaten vereinbart werden.
  2. Die Nrn. 4050 und 4055 GOZ sind neben der Nr. 107 BEMA - zum Beispiel für das Entfernen der weichen Beläge oder für das Polieren - nicht vereinbarungsfähig, da es hierbei zu einer unzulässigen Überschneidung der Leistungsinhalte käme.
Kommentarquelle:
KZBV