2197 Adhäsive Befestigung

Punktzahl:
130
(1) 7,31 (2.3) 16,82 (3.5) 25,59
Gebührenziffer:
2197
Behandlungsbereich:
Füllungen

Beschreibung

Adhäsive Befestigung (plastischer Aufbau, Stift, Inlay, Krone, Teilkrone, Veneer etc.)

Leistungsinhalt

Physikalisch-chemische Konditionierung der Zahnkontaktflächen (Schmelz, Dentin und/oder Wurzeldentin). Dazu gehören:

  • Anätzen der Zahnsubstanz,
  • Anwendung eines Dentinadhäsivs,
  • Auftragen mehrerer Adhäsivschichten unter Verwendung von Befestigungskompositen,
  • adhäsives Eingliedern und Anpassen des Aufbaus, der Krone, des Inlays etc.,
  • Lichthärtung,
  • Entfernung von Überschüssen des Befestigungskomposites

Dokumentation

  • Zahnangabe
  • Anzahl der selbstständig vorgenommenen adhäsiven Befestigungen (z.B. Stift und Aufbaufüllung)
  • Verwendetes Material
  • Dokumentation von Zeitaufwand und Schwierigkeit

Abrechenbar je

adhäsive Befestigung

amtliche Begründung

  • Die Leistungen nach den Nummern 2180, 2195 und 2197 können entsprechend den durchgeführten Leistungen auch nebeneinander berechnet werden.
  • Die Leistung nach der Nummer 2180 umfasst den plastischen Aufbau. Dieser kann mit der Leistung nach der Nummer 2195 kombiniert werden. Bei einem gegossenen Aufbau (Nummer 2190) entfällt diese Möglichkeit aus fachlich zahnmedizinischen Gründen. Die Leistung nach der Nummer 2197 gilt den Mehraufwand für eine adhäsive Befestigung z.B. eines plastischen Aufbaumaterials (Nummer 2180) oder eines Schraubenaufbaus bzw. Glasfaserstifts (Nummer 2195) ab. Dabei kann die Leistung nach der Nummer 2197 nur einmal je Sitzung und Zahn berechnet werden, da die Aufzählung der adhäsiv zu befestigenden Teile kumulativ angelegt ist. Der denkbare höhere Aufwand bei adhäsiver Befestigung mehrerer Teile im Rahmen des Aufbaus eines Zahnes kann einzelfallbezogen bei der Bemessung des Honorars im Gebührenrahmen berücksichtigt werden.
  • Neben Einlagefüllungen (Nummern 2150 bis 2170) können die Aufbauleistungen nach den Nummern 2180 bis 2195 nicht berechnet werden.
  • Je Zahn kann die Leistung nach den Nummern 2180 oder 2190 und/oder 2195 nur einmal berechnet werden.

zusätzlich berechnungsfähig

§ 9 GOZ:
z. B. Silanisierung und Anätzen von Keramik
und alle weiteren erbrachten zahnärztlichen Leistungen

Kommentare

Oktober 2018

  1. Die adhäsive Befestigung wird erreicht durch die physikalisch-chemische Vorbereitung der Kontaktflächen und die Anwendung des Adhäsivsystems im Munde des Patienten (Schmelz, Dentin und/oder Wurzeldentin, Aufbaumaterial, Wurzelkanalfüllmaterial, Aufbauten, Mesostrukturen an Implantaten etc.).
  2. Die Nummer 2197 dient hierbei der Abgeltung des intraoral erforderlichen zahnärztlichen Mehraufwandes gegenüber einer konventionellen Klebung.
  3. Die ggf. extraoral erfolgende Vorbereitung eines zahntechnischen Werkstückes oder Konfektionsteiles durch z.B. Anätzen oder Sandstrahlen ist als zahntechnische Leistung nach § 9 zusätzlich berechnungsfähig.
  4. Aufgrund der nicht abschließenden Aufzählung in der Leistungsbeschreibung kann auch bei anderen Leistungen, bei denen eine adhäsive Befestigung indiziert ist, die Nummer 2197 zur Anwendung kommen.
  5. Die Nummer 2197 kann neben den Nummern 2020,2150 bis 2170, 2180,2190, 2195, 2200 bis 2220, 2250, 2260, 2270, 2310, 2320, 2440, 5000 bis 5040, 5110, 5120, 6100, 6120, 6240, 7070,7080, 7100 und 8090 berechnet werden.
  6. Die zahn- und sitzungsgleiche Mehrfachberechnung der Nr. 2197 GOZ ist dann möglich, wenn mehrere selbständige, zuordnungsfähige Leistungen erbracht werden. Die Leistungsbeschreibung der 2197 enthält keine, einer solchen Mehrfachberechnung entgegenstehende Bestimmung.
  7. Bei der Befestigung von Brücken wird die Leistung je Brückenpfeiler berechnet.
  8. Die adhäsive Befestigung von Restaurationen nach den Nummern 2060, 2080, 2100, 2120 kann nicht separat berechnet werden, sondern ist Bestandteil der Leistungen. Abweichende Auffassung: AG Bonn, Urteil vom 28.7.2014 (Az. 116C148/13): Eine Nebeneinanderberechnung der Gebührennummern 2060 ff. und der Gebührennummer 2197 ist zulässig.
Kommentarquelle:
BZÄK
  1. Die GOZ-Nr. 2197 umfasst alle Arten von Adhäsivbefestigungen (Schmelz- oder Dentinadhäsivtechnik).
  2. Die dentinadhäsive Verankerung des Sealers bei einer Wurzelfüllung kann ebenfalls mit dieser Gebührennummer berechnet werden.
  3. Die zahntechnische Vorbereitung keramischer Werkstücke, z.B. Konditionieren/ Silanisieren der Keramikoberfläche, stellt einen gesonderten zahntechnischen Arbeitsschritt dar und wird gem. § 9 GOZ berechnet.
  4. Bei teuren Mehrflaschen-Adhäsivsystemen können die Materialkosten in Anlehnung an die Entscheidung des BGH (7.05.2004; Az.: III ZR 264/03) berechnet werden.
Kommentarquelle:
Dr. Hinz Praxis & Wissen

01.06.2015

  1. Eine Leistung nach der Nr. 2197 GOZ ist mit Versicherten der GKV vereinbarungsfähig, da sie im Sachleistungskatalog der GKV nicht enthalten ist.
  2. Die Nr. 2197 GOZ ist zum Beispiel berechnungsfähig für den Mehraufwand einer adhäsiven Befestigung einer Aufbaufüllung, eines gegossenen Aufbaus mit Stiftverankerung nach Nr. 2190 GOZ, eines Schraubenaufbaus oder Glasfaserstifts o. Ä. nach Nr. 2195 GOZ, von konfektionierten Kronen, provisorischen Kronen, Kronen/Brücken nach den Nrn. 20a - c und 91a - d BEMA, Kronen auf Einzelimplantaten nach den Nrn. 20a(i) und 20b(i) BEMA sowie für den Mehraufwand einer adhäsiven Wiedereingliederung von Kronen, Brücken und Adhäsivbrücken oder bei der Erneuerung oder dem Wiedereinsetzen einer Facette, Verblendschale oder dergleichen. Siehe dazu auch den Kommentar der Bundeszahnärztekammer zur GOZ-Nr. 2197.
  3. Hinweis zu prothetischen Versorgungen:
  4. Die Vereinbarung einer Leistung nach Nr. 2197 GOZ führt zur Einstufung als gleichartige Versorgung. Sie führt aber nicht dazu, dass Regelversorgungsbestandteile, beispielsweise eine Krone nach BEMA, nach GOZ abgerechnet werden können.
  5. Für Versicherte, die gem. § 55 Abs. 2 SGB V unzumutbar belastet würden (sog. Härtefälle), gilt: Die Einstufung als gleichartige Versorgung reduziert den Leistungsanspruch des Versicherten auf den doppelten Festzuschuss.
  6. Vor dem Hintergrund der jüngeren Rechtsprechung zu der Frage der Berechnungsfähigkeit der Nr. 2197 GOZ neben den Nrn. 2060, 2080, 2100 und 2120 GOZ wird auf den GOZ-Kommentar der Bundeszahnärztekammer verwiesen.
Kommentarquelle:
KZBV

Zusätzliche Berechnung der GOZ-Nr. 2197 neben der GOZ-Nr. 2000
Im Zusammenhang mit der Versiegelung von kariesfreien Zahnfissuren mit aushärtenden Kunststoffen und Glattflächenversiegelung nach der GOZ-Nr. 2000 ist die GOZ-Nr. 2197 für die adhäsive Befestigung der Versiegelung nicht zusätzlich berechnungsfähig, da die adhäsive Befestigung der Versiegelung nach der wissenschaftlichen „Neubeschreibung einer präventionsorientierten Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde“ Bestandteil der Fissurenversiegelung ist.

Kommentarquelle:
Beratungsforum für Gebührenordnungsfragen

Adhäsive Wurzelfüllung
Die Geb.-Nr. 2197 GOZ ist bei adhäsiver Befestigung der Wurzelfüllung neben der Geb.-Nr. 2440 GOZ zusätzlich berechnungsfähig.

Kommentarquelle:
Beratungsforum für Gebührenordnungsfragen